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Einführung
Ich kann mich noch gut an meinen ersten Tag im Tempel erinnern. Es war
kurz vor meiner Mission im Jahre 1987. Ich hatte alles erwartet, nur nicht
das, was ich dann erlebte. Damals, als noch relativ junges Mitglied, bekam
ich meine ersten großen Zweifel an der Gemeinschaft und ich hatte das
starke Gefühl, einer Sekte anzugehören. Ich verdrängte diese Zweifel und
ging viele Jahre wieder und wieder zum Tempel aber es blieb immer ein
seltsamer Nachgeschmack. Nur Mitglieder mit einem gültigen "Tempelschein"
dürfen den Tempel betreten. Voraussetzung sind ein moralisch einwandfreies
Leben, Gehorsam den Führern gegenüber, Pflichterfüllung
in der Kirche, Glaube an die Grundsätze (Ehrlichkeit, Zehnten, Treue,
usw.). Im Tempel wird die so genannte "Taufe für die Toten" vollzogen.
Die Mitglieder glauben, dass eine stellvertretende Taufe für Verstorbene
möglich ist. Weiter erhalten erwachsene Mitglieder ihr "Endowment".
Diese Zeremonie, bei der spezielle Kleidung erforderlich ist, verpflichtet
das Mitglied zur absoluten Loyalität und Hingabe zur Gemeinschaft
und soll ihn mit den nötigen, geistigen Dingen ausrüsten, die
ein Leben in der Gegenwart Gottes ermöglichen. Das Endowment ist
auch die Voraussetzung dafür, einst selbst ein Gott sein zu können
(mormonischer Polytheismus). Die Zeremonie ist eine abgeänderte Form
der Freimaurerzeremonie, vermischt mit Elementen des Neuen und Alten Testaments,
sowie den Einflüssen Joseph Smiths und seiner Nachfolger. Joseph
Smith selbst und viele seiner Anhänger gehörten dem Freimaurertum
seiner Zeit an. Im Rahmen der Zeremonie werden Namen, Zeichen und Kennzeichen
bekannt gegeben, die die Mitglieder niemals nach außen tragen dürfen.
Bis 1990 wurden den Mitgliedern innerhalb der Zeremonie mögliche
Todesstrafen im Falle einer Herausgabe angedroht. Aufgrund der hohen Geheimhaltungspflicht
und des stark indoktrinären Charakters des Endowments, unterliegen
die Mitglieder bewußt und unbewußt einem großen, psychologischen
Druck. Nach Erhalt des Endowments dürfen die Mitglieder keine einfache
Unterwäsche mehr tragen. Sie erhalten so genannte "Garments", die
sie Zeit ihres Lebens als Erinnerung an ihre Bündnisse tragen müssen.
Im Tempel werden aber auch Ehen für die Ewigkeit geschlossen und
Familien aneinander gesiegelt. Die Kirche glaubt, dass Familien ewigen
Bestand haben und wirbt heute primär mit dieser Botschaft.
Entwicklung der Zeremonie
Bis die Mormonen Nauvoo, Illinois, erreichten, gab es das Tempelendowment
nicht in der Form, wie es heute noch existiert. Im Kirtlandtempel, Ohio,
wurden andere Rituale angewandt (Backman & Cook eds. Kirtland Elders'
Quorum Record (1985), p.25 - p.26):
- Waschen mit Seife und Wasser
- Waschen mit Wasser und parfümiertem Whisky (siehe Wort der
Weisheit, Nutzen von Alkohol, LuB 89:7)
- Salbung mit Öl und Segnung
- Siegelung der Segnung
- Waschung der Füße und des Gesichtes
- Einnahme des Abendmahles
Als Joseph Smith am 15. März 1842
Freimaurer
wurde und am nächsten Tag in den 2. und 3. (höchsten) Grad aufstieg,
sollte sich das ändern. Am 4. Mai 1842 führte der Führer
der Mormonen das neue Endowment ein. Die neue Zeremonie glich
in vielen Bereichen den Freimaurerriten, besonders, was die Zeichen,
Symbole und Handgriffe anging. Es ist offensichtlich, dass Smith die Ideen
für das neue Endowment den Freimaurerriten entlehnte.
Bis heute wurde das Endowment immer wieder verändert und angepasst
und auch technisiert. Anfangs dauerte die gesamte Zeremonie über
7 Stunden und wurde live dargeboten. Seit einigen Jahren wird ein Film
gezeigt und die Dauer hat sich auf ca. 2 Stunden reduziert. Inhaltlich
wurden bestimmte Passagen entschärft. So .z.B. Aussagen über
die Rolle der Frau (siehe Diskriminierung),
die Strafzeichen, der Priester einer anderen Konfession als Werkzeug des
Satans, usw. Auch wurden bestimmte Elemente der Freimaurerriten entfernt,
wie die "Fünf Punkte der Gemeinschaft", die bis dahin am
so genannten Schleier verlangt wurden. Für diese Änderungen
war sicherlich - wie so oft im Mormonismus - Druck von außen verantwortlich.
Obwohl sehr viele Mormonen damals Freimaurer waren (die gesamte Führungsriege
in Nauvoo), darf heute kein Mitglied mehr Freimaurer werden. Andernfalls
droht die Exkommunikation. Und obwohl das Buch Mormon "geheime Verbindungen"
wie die Freimaurer verurteilt, schlossen sich Smith und andere Mormonen
diesen an. Für sie galten scheinbar andere Regeln. Die Führer
der Gemeinschaft wollen heute die Zusammenhänge der beiden Gruppen
gerne vertuschen. Wenn die Problematik angesprochen wird, so weist man
darauf hin, dass Joseph Smith gesagt hat, dass das Endowment das korrumpierte
Tempelritual des Alten Testaments sei. Es gibt dafür allerdings keinerlei
Hinweise. Der Nutzen und Sinn der Tempel im Alten Testament war ein völlig
anderer, als der, den Mormonentempel einnehmen. Dass die Freimaurer selbst
direkte Nachfahren der Tempelbauer zu Zeiten Salomos gewesen sein sollen,
ist eine alte Legende, die die Freimaurer selbst ins Leben gerufen haben
(siehe Freimaurer unten). Auch hier zeigt sich der Synkretismus des Mormonismus.
Es stellt sich außerdem die Frage, warum Smith sich einer Organisation
anschloss, die in seinen Augen "abgefallen" war und deren Rituale
korrumpiert waren.
Die Endowmenttexte
können weiter unten eingesehen werden. Die letzte größere
Änderung fand 1990 statt. Damals wurden u.a. die Strafzeichen abgeschafft.
Der Vergleich der Versionen von 1990, 1984 und 1931 zeigt die Unterschiede
und Veränderungen auf.
Die Freimaurer
Die Freimaurer waren schlechte Geschichtsschreiber. Um die Jahrhundertwende
gab es 200 Werke, die sich mit dem Ursprung der Freimaurer beschäftigten
und über 40 Angaben über die Herkunft lieferten. Manche Freimaurer
sehen ihr Wurzeln direkt bei Adam, der bereits mit seinen Söhnen
Loge gehalten haben soll. Eine der bekanntesten Legenden ist die Hiramslegende.
Im Alten Testament wird der Bau des Salomonischen Tempels unter der Führung
des Baumeister Hiram, dem Sohn einer jüdischen Witwe beschrieben.
In der frühen Freimaurerei entstand die Legende, dass Hiram seinen
Arbeitern, die in Meister, Gesellen und Lehrlinge geteilt sind, zur Lohnauszahlung
geheime Losungsworte anvertraut. Um an das Meisterwort zu gelangen überfallen
und töten drei Gesellen Hiram, jedoch ohne Erfolg. Hirams familiärer
Stand wird auf die Freimaurer - die Söhne der Witwe übertragen.
Auch spielt in der Erhebung der Gesellen zum Meister innerhalb der Johannismaurerei
der Salomonische Tempelbau eine Rolle.
Im 17. Jahrhundert sollen die im Exil lebenden Anhänger der Stuarts
in Frankreich Logen gegründet haben, wobei sie sich der Hiramslegende
bedienten. Sie übertrugen die Ermordung Hirams auf die Hinrichtung
von Karl I., dessen Frau Henriette folglich zur Witwe wurde, und die Kinder,
die Prinzen Jakob und Karl, wurden zu den ,,Söhnen der Witwe".
Tatsächlich geht man davon aus, dass die Freimaurerei aus beruflichen
Zusammenschlüssen von Handwerkern und Ritterorden hervorgeht. Von
den Ritterorden beziehen vor allem die Hochgradsysteme ihr Gedankengut.
Eine weitere klassische Entstehungsgeschichte hat ihren Ursprung in der
antifreimaurerischen Literatur. Sie beruht auf der Verwendung hebräischer
Worte und sieht die Freimaurerei als jüdische Schöpfung. Verschwörungstheoretiker
bildeten eine These von der Bedrohung durch das Weltjudentum und die Weltfreimaurerei.
Diesem Erklärungsversuch kann nur wenig Bedeutung zugemessen werden,
wenn man bedenkt, dass Juden lange der Zutritt zu Logen versagt war, und
dass es seit ihrem Bestehen keine einheitliche Weltfreimaurerei gegeben
hat. Direkter Vorläufer der Freimaurerei war das englische Gildenwesen,
das bis in das 14. Jahrhundert zurück reicht. Der Name Freimaurerei
oder englisch freemasonry stammt aus dem Altfranzösischen
und leitet sich von maszun ab. Mit der normannischen Invasion
kam das Wort nach England und wurde zum Ausdruck mason, der erstmals im
Jahre 1292 in einem Dokument über den Bau einer Kapelle findet. Der
Begriff freemason erschien erstmals 1376 als Bezeichnung für eine
Steinmetzgilde innerhalb der Mysteries, den Stadtzünften. Diese Londoner
Vereinigung bezeichnete sich abwechselnd als Company of Masons und als
Company of Freemasons. Man vermutet, dass das free aus dem Gegensatz zwischen
freemason und roughmason entstand. Bearbeiter eines freestones, eines
besonders gut formbaren Sandsteins wurden als freemasons bezeichnet.
Die damaligen Bauhütten, englisch lodges, waren nicht ausschließlich
operativ tätig. Abseits vom Bau von Kathedralen beschäftigten
sie sich auch mit spekulativen Zielen, die ihrer religiösen Grundausrichtung
entsprachen. In Nordamerika waren fast alle führenden Persönlichkeiten
des amerikanischen Freiheitskampfes Freimaurer. Von den 56 Unterzeichnern
der Unabhängigkeitserklärung waren 50 Freimaurer, so z.B. George
Washington und Benjamin Franklin, um die Bekanntesten zu nennen.
Auch zu Zeiten Joseph Smiths war das Freimaurertum weit verbreitet. Bekannte
Freimaurer der Mormonen waren: Josephs Bruder Hyrum, Heber C. Kimball,
Elijah Fordham, Newel K. Whitney, James Adams, John C. Bennett und viele
andere. Auf Joseph Smiths Anfrage hin durfte eine Loge in Nauvoo betrieben
werden. Es kam jedoch zu Spannungen zwischen den Freimaurern von Illinois
und den Mormonen, so dass die Loge nicht weiter genehmigt wurde. Nachdem
Smith sein Endowment vorgestellt hatte kam es zu weiteren Spannungen,
weil die Freimaurer sich um ihre Rituale betrogen fühlten. Der Nauvootempel
war architektonisch sicherlich von den Gedanken des Freimaurertums inspiriert
und am Salt Lake Tempel befinden sich sehr viele Symbole der Freimaurer.
(Quelle)
Die Herkunft der Freimaurer ist also ungewiss und höchst spekulativ.
Sie beruht auf Legenden und Sagen. Die uns heute bekannten Formen entstammen
aus dem Mittelalter. Auch hier sieht man sehr schön, wie Smith sich
sein Weltbild aus dem Gedankengut des 19. Jahrhunderts zimmerte. Das Buch
Mormon ist ein weiteres Beispiel dafür. Interessant ist auch, dass
die Kirche weiterhin versucht, Verbindungen zwischen den Freimaurern und
den Tempelritualen des Alten Testamentes zu schaffen. So gibt es etliche
Abhandlungen von Apologeten
(F.A.R.M.S.) und Aussagen von Führern der Gemeinschaft, die versuchen,
die Legenden der Freimaurer aufrecht zu erhalten. Was bleibt ihnen auch
anderes übrig? Alles andere würde zu einem Eingeständnis
führen, dass Smith seine Ideen für das Endowment von den Freimaurern
abgekupfert hat und so muss man halt in den bitteren Apfel beißen
und Verbindungen schaffen, wo man eigentlich lieber keine sehen will.
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| Freimaurer / Strafzeichen |
Symbole Zirkel & Winkel |
Handgriff |
Ein Tempel der Freimaurer |
Ablauf der Zeremonie
Der komplette Inhalt kann weiter unten in den Endowmenttexten
eingesehen werden. Hier nur ein kurzer Abriss:
Nach dem die Mitglieder den Tempel betreten haben, begeben sie sich in
die getrennten Umkleideräume und ziehen weiße Tempelkleidung
an (Hose, Hemd, Anzug, bzw. Kleid, Schuhe). Mit der der für die Zeremonie
vorgesehenen Kleidung unterm Arm, erhalten sie von einem Tempelarbeiter
in einer kleinen Kammer einen "neuen Namen". Dieser neue Name
muss unbedingt geheim gehalten werden. Es handelt sich bei diesen Namen
allerdings um bekannte Namen aus den Schriften der Mormonen (Buch Mormon,
Bibel), wie z.B. Johannes oder Nephi. Der Name gilt für alle Tempelbesucher
an diesem Tag, wodurch eine Geheimhaltung für Erstempfänger
des Endowments paradox erscheint. Danach findet eine kurze Vorversammlung
statt und die Mitglieder begeben sich in die Endowmenträume, die
heute sehr einem noblen Kino ähneln. Die Frauen sitzen links, die
Männer rechts. Vorne befindet sich ein Altar und ein Tempelarbeiter,
der Anweisungen gibt. Der Raum wird verdunkelt. Man hört eine Tonbandstimme,
die durch die gesamte Zeremonie führt. Dann wird ein Film gezeigt,
der von der Erschaffung der Welt handelt, von Adam und Eva, Elohim und
Jesus, Petrus, Jakobus und Johannes. Der Garten Eden wird gezeigt, der
Fall des Menschen. Satan als Verführer, usw.
Im Laufe der Zeremonie müssen sich die Mitglieder bestimmten Gelübden
unterziehen und Bündnisse eingehen. Die Mitglieder weihen sich mit
allem, was sie haben, der Mormonenkirche. Dazu wird die Zeremoniekleidung
angezogen und es werden bestimmte Zeichen, Kennzeichen und Namen vermittelt,
die unbedingt geheim gehalten werden müssen. Die Herausgabe der geheimen
Zeichen und Kennzeichen kann Konsequenzen zur Folge haben (siehe Androhung
der Todesstrafen). Während der Zeremonie wiederholen die Mitglieder
ständig die vorgegebenen Wortlaute und Formeln, was den indoktrinierenden
Charakter des Endowments prägt. Wurden alle Bündnisse und Gelübde
vermittelt, wird noch ein Gebetskreis gebildet. Danach müssen die
Mitglieder durch den so genannten Schleier. Er symbolisiert den Zugang
ins Reich Gottes. Hinter dem Vorhang befindet sich ein Tempelarbeiter,
der nun alle Zeichen, Kennzeichen und Namen abfragt. Ein weiterer Tempelarbeiter
vor dem Vorhang ist behilflich. Dann wird man durch den Vorhang gezogen
und begibt sich in den celestialen Raum, der das Reich Gottes versinnbildlichen
soll. In der Regel wiederholen die Mitglieder diese Sessionen mehrfach
täglich und in ihrem Leben unzählige Male. Den Einfluss auf
die Psyche kann man sich ausmalen.
In den Gemeinden werden Ziele gesetzt und Mitglieder erhalten Vorgaben,
wie viele Sessionen sie im Jahr abzuleisten haben. Der Pfahl führt
Statistiken über die Anzahl der Tempelbesuche und die Führer
der Gemeinde müssen Rechenschaft darüber ablegen.
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| Der Frankfurt-Tempel (Quelle:Wikipedia) |
Ein Endowmentraum |
Begleitend zum Ablauf der Zeremonie und zum Text, können
auch weitere Bilder
zum Endowment eingesehen werden.
Androhungen von Todesstrafen im Tempelendowment:
In der Saarbrücker Zeitung vom 09.02.2002 findet sich ein
Interview
mit dem Öffentlichkeitsbeauftragten des Pfahles Mannheim Frank
Heckmann. In diesem Interview verleugnet Heckmann die Vorwürfe gegen
die Mormonen:
Frage: Es gibt viele Aussagen von Sekten-Beauftragten über
den Erwerb des Tempelscheins und die Tempelzeremonie. Aussteiger aus
Ihrer Kirche behaupten, es habe bis 1990 kirchenintern sogar die Androhung
der Todesstrafe gegeben, falls ein Täufling Einzelheiten der Zeremonie
verraten hätte. Stimmt das?
Heckmann: Nein, so etwas wie eine Androhung der Todesstrafe
gab es nicht. Die Kirche hat von Anfang an die Ansicht vertreten,
dass eine kirchliche Strafe niemals Leib, Leben oder Eigentum einer
Person tangieren darf, sondern sich nur auf die Beschneidung von kirchlichen
Rechten wie das Nehmen des Abendmahls oder das Recht der Stimmabgabe
bei kirchlichen Entscheidungen beschränken darf. Wir haben Gemeindehäuser
und Tempel. Während das Gemeindeleben und der Gottesdienst sich
in Gemeindehäusern abspielt, die es in jeder größeren
deutschen Stadt gibt, ist der Tempel für heilige Handlungen, wie
zum Beispiel die Eheschließung, die nach unserem Glauben über
den Tod hinaus Bestand hat, vorbehalten. Es gibt in Deutschland zwei
der über 100 Tempel weltweit. Über die Tempelzeremonie reden
wir nicht außerhalb des Tempels, weil sie uns heilig ist.
Ich muss leider feststellen, dass die Aussage von Herrn Heckmann nicht
der Wahrheit entspricht. Ein Auszug aus den Endowmenttexten der damaligen
Zeit beweist meine Feststellung (Version von vor 1990). Ich selbst und
viele andere haben es genau so erlebt, wie es nun angeführt wird:
Das Erste Kennzeichen des Aaronischen Priestertums:
Elohim: Wir geben Ihnen jetzt das Erste Kennzeichen des
Aaronischen Priestertums samt seinem Namen und Zeichen. Bevor wir dies
tun, möchten wir Sie eindringlich hinweisen auf den heiligen Charakter
des Ersten Kennzeichens des Aaronischen Priestertums, samt seinem Namen
und Zeichen, genauso wie all der anderen Kennzeichen des Heiligen Priestertums,
samt ihrer Namen und Zeichen, die Sie heute im Tempel empfangen werden.
Sie sind höchst heilig und geschützt durch das feierliche
Bündnis und die Verpflichtung, gemacht in der Gegenwart Gottes,
der Engel und dieser Zeugen, sie heilig zu halten und niemals preiszugeben,
außer an einer bestimmten Stelle im Tempel, die Ihnen gezeigt
wird. Wie die Ausführungen der Strafe dargestellt wird, zeigt
die verschiedenen Möglichkeiten, durch die man das Leben verlieren
kann." (Übersetzung aus dem englischen Original, in einer
weiteren deutschen Übersetzung z.B. in: Ulrich Rausch, Die verborgene
Welt der Geheimbünde, München, 1999, S. 427, zu finden).
Bei anderen Kennzeichen, Namen und Strafen wiederholt
sich dieses Ritual und ausgesprochene Androhung von Strafen. Ich war
selbst viele Male Zeuge dieser Androhungen. Um die Strafe anzudeuten,
zog man seinen Daumen über die Kehle, um dessen Durchschneiden
zu symbolisieren. (Weitere Strafen bei den anderen Zeichen: Die Brust
aufschneiden. Den Bauch aufschneiden. Siehe unten)
Nachdem der amtierende am Altar das Zeichen und die dazugehörige
Strafe gezeigt hatte, hiess es weiter:
Elohim: Das ist das Zeichen. Die Ausführung der Strafe
wird dargestellt, indem man den Daumen unter das linke Ohr legt, die
Handfläche nach unten, und indem man den Daumen schnell über
die Kehle zum rechten Ohr zieht und die Hand zur rechten Seite fallen
lässt.
Nun kam das Versprechen:
Ich (neuer Name) gelobe, dass ich das erste Kennzeichen
des Aaronischen Priestertums niemals preisgeben werde, samt seinem Namen,
Zeichen und der Strafe. Lieber würde ich mir das Leben nehmen
lassen.
Hier eine Darstellung der Handlung:

Frühere Wortlaute der Handlungen (Version von 1931, also vor den
Änderungen von 1984 und anderen in der ersten Hälfte des 20.
Jahrhunderts) -
Erstes Kennzeichen des Aaronischen Priestertums (zum engl. Originaltext):
Wir und jeder von uns versprechen und geloben, dass wir
keines dieser Geheimnisse preisgeben, dem Ersten Kennzeichen des Aaronischen
Priestertums, mit seinem Namen, Zeichen und seiner Strafe. Sollten wir
es dennoch tun, so stimmen wir zu, dass unsere Kehle von Ohr zu Ohr
aufgeschnitten wird und unsere Zunge von der Wurzel her ausgerissen
wird.
Zweites Kennzeichen des Aaronischen Priestertums (zum
engl. Originaltext):
Wir und jeder von uns versprechen und geloben, dass wir
keines dieser Geheimnisse preisgeben, dem Zweiten Kennzeichen des Aaronischen
Priestertums, mit seinem Namen, Zeichen und seiner Strafe. Sollten wir
es dennoch tun, so stimmen wir zu, dass unsere Brust aufgeschnitten
wird und unsere Herzen und unsere lebenswichtigen Organe herausgerissen
werden und den Vögeln der Luft und den Tieren des Feldes verfüttert
werden.
Erstes Kennzeichen des Melchisedekischen Priestertums (zum
engl. Originaltext):
Wir und jeder von uns versprechen und geloben, dass wir
keines dieser Geheimnisse preisgeben, dem Ersten Kennzeichen des Melchisedekischen
Priestertums, mit seinem Namen, Zeichen und seiner Strafe. Sollten wir
es dennoch tun, so stimmen wir zu, dass unsere Körper in der
Mitte auseinander geschnitten werden und unsere Eingeweide herausquellen.
(Quelle: U.S. Senate Document 486; "Endowment Oaths and Ceremonies"
in Salt Lake Tribune, February 8, 1906)
Diese Art der Indoktrination stellte eine der schlimmsten Methoden
in der mormonischen Theologie dar, Menschen gefügig zu machen.
Die Endowmenttexte
(Zeremonien)
Die Zeremonien wurde immer wieder angepasst und verändert,
wie ein Vergleich der bekannten Versionen zeigt.
- Gesamter
Endowmenttext in deutscher Sprache (seit1990)
- Gesamter
Endowmenttext in englischer Sprache (mit markierten Änderungen,
seit 1990)
- Gesamter
Endowmenttext in englischer Sprache (1984)
- Gesamter
Endowmenttext in englischer Sprache (1931)
- Ein verkürzter
Vergleich zwischen Endowment und Freimaurerritus (engl. mit dt.
Kommentaren)
- Bildergalerie
zum Endowment
Das Garment
Nachdem die Mitglieder durch den Tempel gegangen sind, dürfen sie
keine normale Unterwäsche mehr tragen. Das Garment besteht heute
aus einem Unter- und Oberteil (es gibt aber auch noch Einteiler), auf
denen Zeichen der Freimaurer
(z.B. Winkel, Zirkel) eingenäht sind. Die Unterwäsche ist so
konzipiert, dass sie für "keusche" Kleidung sorgt. Kurze
Röcke und Kleider mit weitem Ausschnitt sind nicht mehr tragbar.
Die Frau (aber auch der Mann) wird auch hier in ihren Freiheiten beschnitten.
Die Garments müssen Tag und Nacht getragen werden und dürfen
nur zum Waschen ausgezogen werden. Extreme Mitglieder waren in der Verganghenheit
sogar der Ansicht, dass Geschlechtsverkehr ohne Garments "unreine"
Kinder hervorbringt. Auch das Erscheinungsbild des Garments hat sich über
die Jahre verändert. Im 19. Jahrhundert war es ein Einteiler mit
langen Ärmeln und Hosenbeinen. Die Mitglieder Glauben, dass ihnen
das Tragen der Unterwäsche Schutz bietet. Weiterhin soll mit der
Kleidung an die Bündnisse des Tempels erinnert werden, besonders
an die Keuschheit.
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| Einteiler Original |
Männer / Frauen Original |
Die Zeremoniekleidung
Für das Endowment ist spezielle Kleidung notwendig. Diese besteht
aus verschiedenen Teilen, wie:
- Schürze
- Robe
- Schärpe
- Kappe, bzw. Schleier
Diese Kleidung wird im Laufe der Zeremonie
angezogen.
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| Zeremoniekleidung Männer |
Zeremoniekleidung Frauen |
(Bildquelle:
Eigene ehemalige Garments und Zeremoniekleidung des Autors)
Würdigkeit
In den Tempel dürfen nur solche Mitglieder, die "würdig"
sind. Einmal im Jahr müssen die Mitglieder daher zwei Tempelinterviews
über sich ergehen lassen. Einmal mit ihrem lokalen Bischof und weiter
mit dem Pfahlpräsident. Erst nach erfolgreicher Prüfung der
Würdigkeit durch diese beiden Instanzen, erhalten die Mitglieder
einen für ein Jahr gültigen Tempelschein, mit dem sie Einlass
im Tempel erhalten. Die Fragen dieser Interviews gehen sehr in den persönlichen
Bereich. Die Interviews sind Instrumentarien, die den Führern erlauben,
mögliche Sünden und Probleme aufzudecken und entsprechende Maßnahmen
zu ergreifen. Nur ein indoktrinierter Mensch würde sich einer solchen
Befragung unterziehen. Der psychologische Druck ist demnach sehr groß.
Das Tempelinterview
Das Interview wird mit dem örtlichen Bischof/Zweigpräsident
und dem Pfahlpräsident geführt.
- Haben Sie festen Glauben an Gott, den ewigen Vater, und an seinen
Sohn, Jesus Christus, und an den Heiligen Geist, und haben Sie in dieser
Hinsicht ein Zeugnis?
- Haben Sie ein Zeugnis vom Sühnopfer Christi und von seiner Rolle
als Erretter und Erlöser?
- Haben Sie ein Zeugnis von der Wiederherstellung des Evangeliums in
diesen, den Letzten Tagen?
- Anerkennen Sie den Präsidenten der Kirche Jesu Christi der Heiligen
der Letzten Tage als den Propheten, Seher und Offenbarer und als den
einzigen Menschen auf der Erde, der die gesamte Schlüsselgewalt
des Priestertums innehat und ermächtigt ist, sie auszuüben?
- Anerkennen Sie die Mitglieder der Ersten Präsidentschaft und
des Kollegiums der Zwölf als Propheten, Seher und Offenbarer?
Anerkennen Sie die übrigen Generalautoritäten und die örtlichen
Autoritäten der Kirche?
- Leben Sie das Gesetz der Keuschheit?
- Gibt es in Ihrem Verhalten gegenüber den Mitgliedern Ihrer Familie
irgend etwas, was mit den Lehren der Kirche nicht im Einklang steht?
- Unterstützen Sie oder haben Sie Verbindung mit Gruppen oder Einzelpersonen
oder stimmen Sie solchen zu, deren Lehren oder Handlungen mit den von
der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage akzeptierten unvereinbar
sind bzw. sich dagegen richten?
- Sind Sie bestrebt, die Bündnisse, die Sie eingegangen sind, zu
halten, an Ihrer Abendmahlsversammlung und Ihrer Priestertumsversammlung
teilzunehmen und im Einklang mit den Gesetzen und Geboten des Evangeliums
zu leben?
- Sind Sie im Umgang mit Ihren Mitmenschen ehrlich?
- Zahlen Sie den Zehnten voll?
- Befolgen Sie das Wort der Weisheit?
- Haben Sie gegenüber einem früheren Ehepartner oder Ihren
Kindern finanzielle oder sonstige Verpflichtungen? Falls ja, sind Sie
damit auf dem laufenden?
Falls Sie die Tempelbegabung schon empfangen haben:
- Halten Sie sich an die Bündnisse, die Sie im Tempel eingegangen
sind?
- Tragen Sie das Garment sowohl nachts als auch tags, -- nämlich
gemäß der Unterweisung bei der Begabung und entsprechend
dem Bund, den Sie im Tempel eingegangen sind?
- Gibt es in Ihrem Leben irgendwelche Sünden oder Verfehlungen,
die mit einer Priestertumsautorität hätten bereinigt werden
sollen, aber nicht bereinigt wurden?
- Halten Sie sich für würdig, in das Haus des Herrn zu gehen
und dort an den heiligen Handlungen teilzunehmen?
Der Tempelschein
Der Tempelschein wurde bislang für ein Jahr ausgestellt, danach mussten
die Mitglieder ihre Kirchenführer erneut für ein Interview aufsuchen.
Seit dem 01.11.2002 gilt der Schein für zwei Jahre.

(Bildquelle:
Eigener letzter Tempelschein des Autors)
Der
Totenkult
Eng mit dem Tempel verbunden ist der Totenkult der Mormonen.
Der Glaube beruft sich auf eine Schriftstelle im Neuen Testament (1 Kor.
15:29), die Aussagen über mögliche vollzogene Taufen für
Verstorbene macht. Dazu sind in jedem Tempel Taufbecken in den unteren
Bereichen eingerichtet.
Taufbecken für die Totentaufe des Tempels
in Salt Lake City
(Bildquelle: Das Haus des Herrn, James E. Talmage, 1982)
Die umfangreiche Ahnenforschung der
Gemeinschaft liefert unzählige Namen und Daten Verstorbener, für
die stellvertretend die "Erlösungsarbeit" vollzogen wird.
Die Mitglieder gehen daher nur einmal durch den Tempel, um die Gelübde
und Bündnisse für sich selbst zu empfangen. Danach sind sie
aufgefordert, ihr ganzes Leben lang stellvertretend für Verstorbene
zu gehen. Die Taufe für die Toten wird meistens von Jugendlichen
vollzogen. Die weiteren Verordnungen (Vorverordnungen und Endowment) können
aber nur von Erwachsenen vollzogen werden.
Mormonen glauben, dass alle Toten sich bis zur Auferstehung in der "Geisterwelt"
befinden. Einem Ort ohne Körper, an dem man sich für die "einzige
Wahrheit" der Mormonen entscheiden kann, sofern man nicht schon in
diesem Leben die Chance hatte. Milliarden von Namen und Daten liegen in
den Rocky-Mountain-Bunkern der Kirche.
Hitlers Totentaufe
Im Jahre 1995 erklärten die Mormonen, dass von nun an keine Tempelzeremonien mehr für die Opfer des Holocaust vollzogen werden
würden. Die jüdische Welt drängte die Gemeinschaft öffentlich zu diesem Schritt. Doch nicht nur die Opfer, sondern auch die Täter fanden sich zahlreich
in deren genealogischen Daten.
Es ist kaum vorstellbar aber auch für den Massenmörder Adolf Hitler und andere Nazigrößen, wurden stellvertretend
Taufen und andere Zeremonien in den Tempeln der Mormonen vollzogen. Und dies, obwohl offizielle Verantwortliche beteuerten, dass solche Daten gelöscht
wurden. So berichtete bereits die Salt
Lake Tribune im Jahre 1999 darüber.
Dementsprechend wurde Adolf Hitler am 10. Dezember 1993 im Londoner Mormonentempel mormonisch getauft und hat am gleichen Tag das "Endowment" empfangen.
Am 12. März
1994 wurde er an seine Eltern gesiegelt. Die mormonische Siegelung seiner Verbindung mit Eva Braun, für Zeit und Ewigkeit,
wurde schon am 28. September 1993 im Jordan River Tempel in Utah, USA und nochmals am 14. Juni 1994 im Mormonentempel in Los Angeles vorgenommen.
Dass der Verursacher des Holocaust die "Segnungen des Himmels" erlangen soll, befremdet doch sehr.
Es wurden aber auch Adolf Eichmann, Joseph Göbbels, Rudolph Hess, Reinhard Heydrich, Alfred Rosenberg, Ernst Röhm,
Erwin Rommel, Hermann Göring, Heinrich Himmler und sogar Benito Mussolini im Tempel gleichermaßen behandelt. 1999 waren einige dieser Einträge in die entsprechenden Computerlisten
noch zugänglich. Allerdings wurden andere auch wieder gelöscht.
Auch die Kommunisten sind mit Karl Marx, Joseph Stalin, Mao Tse-Tung und Ho Chi-Minh vertreten. In den Listen der Mormonen finden sich auch
Einträge für "Herodes den Großen" (getauft 1994 im Tempel in Logan), Iwan Grosny ("Iwan der Schreckliche"), "Dracula" (Vlad der Pfähler,
Prinz der Walachei) und Rasputin (siehe auch Religio). Einige
Namen finden sich auch heute noch in den genealogischen Daten der Mormonen wieder.
Hier eine Kopie des Tempeleintrages von Adolf Hitler:

Die Vorverordnungen
Diese Verordnungen müssen vollzogen werden, bevor ein Mitglied die
eigentliche "Begabung" empfangen kann. Dazu entkleidet man sich
und erhält einen einfachen Überhang. Jetzt wird der Betreffende
"gewaschen" und "gesalbt". Der zuständige Mormonenpriester
(bei den Frauen ist es eine Frau) spricht dazu vorgefertigte Formeln und
beträufelt bestimmte Körperteile (z.B. die Lenden) mit Wasser
und Öl. Zweck der Handlung ist die Vorbereitung darauf, einst wie
Gott zu werden. Teil der Verordnung ist das Ankleiden mit dem Garment.
Im Jahre 2005 wurden diese Verordnung erneut verändert. Dies betrifft vor allem den Überhang und die Garments, so wie die Berührung mit den Händen
des ausführenden Priesters.
Die Siegelungen
Mormonen glauben, dass Familien ewigen Bestand haben und darum
werden diese im Tempel in so genannten Siegelungssessionen aneinandergesiegelt.
Ein mit der "Siegelungsvollmacht" betrauter Priester leitet
die Versammlung und spricht vorgegebene Formeln aus. In der Mitte des
Raumes steht ein Altar, an dem die zu siegelnden Personen knien und sich
mit einem der geheimen Handgriffe festhalten.
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