Die Mormonen - Zwischen 'Wahrheit' und Wirklichkeit
Ist der Webmaster dieser Homepage ein "fanatischer Gegner" der Mormonen?

Die folgende E-Mail zeigt sehr schön auf, welche Haltung Mormonen gegenüber kritischen Ex-Mormonen einnehmen, wenn die Argumentationen gegen die aufgezeigte Problematik im Mormonismus fehlen. Weiter unten bin ich ausführlich auf alle Punkte eingegengen.

 

Hallo Holger!
Eine geraume Zeit betrachte ich Dein Leben und Deine Entwicklung. Habe mich gefragt, was Dich von einem fanatischen Mormonen zu einem fanatischen Gegner machte. Ich habe Deine Web-Seiten öfters angeschaut und sehe darin einen enormen Wandel Deiner Persönlichkeit. Erst sprichst Du noch von Dankbarkeit, weil diese Kirche Dich aus den Sumpf Deines kaputten Lebens gerettet hat, und Du nun eine neue Form des Fortschrittes für Dich und Deine Familie gefunden hast. Du bedanktest Dich bei der Kirche für die Stütze die sie in Deinem Leben war und versichertest noch in Deinen ersten Homepage-Seiten, daß Du dieser Kirche dafür immer dankbar sein würdest. Ich weiß nicht ob ich da etwas heute noch von Dankbarkeit bei Dir fühlen noch sehen kann. Ich sehe in Deinen Beiträgen zu kritischen Leserbriefen keine sachlich fundierte Auseinandersetzung. Eher nach dem Motto: "Wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es aus dem Wald wieder heraus". Doch nun frage ich Dich: Sieht so der freie Geist des Menschen aus? Ist das die höhere Stufe von Erkenntnis? Ist das unabhängig von jeglicher Religion betrachtet nicht eher das Denken eines Zynikers? Gleiches mit Gleichem vergelten, ist dieses nicht schon längst veraltet? Auge um Auge, Zahn um Zahn? Heißt Erkenntnis von Wahrheit nicht auch Verständnis, Rücksicht, Liebe und Toleranz? Meinst Du, wenn Du auf einen kritischen oder polemischen Brief ebenso haltlos, kritisch und persönlichkeitsverletzend antwortest, Dich selbst auf ein solches niedriges Niveau stellst, das Deine Erkenntnis wirklich größer geworden ist? Du wirklich mehr Einsicht gewonnen hast? Was heißt denn das Wort Einsicht? Deine erste Stellungsnahme zu Deinem Austritt habe ich nachvollziehen können und auch respektieren können, doch Dein jetziger Wandel erschreckt mich eher, weil ich einen Menschen sehe, der alles aufgreift, egal aus welcher Quelle es kommt, Hauptsache es ist negativ. Du bemühst als Kritik in einem Deiner Leserbriefe-Antwort Mark Twain und weil Du so viel von ihm hältst, werde ich mit Mark Twain Dir auch antworten:
"Meiden Sie Menschen, die Ihre Ambitionen herabzusetzen suchen. Kleine Menschen tun dies immer; wahrhaft große Menschen geben Ihnen aber das Gefühl, daß auch Sie groß werden können". Nun frage Dich, zu welchem Menschen Du gehörst? Mehr Erkenntnis von Wahrheit erhöht andere Menschen. Als Christ bevorzuge ich die Bergpredigt, wie ich mit meinen "Feinden" umgehen soll oder Verfolgung ausgesetzt bin! Ein Gebet für meinen Mitmenschen kann mehr bewegen als verletzende Worte. Ich vermisse Deine Sanftmut. Roy Eugene Davis sagte: "Dorthin, wohin wir unsere Aufmerksamkeit richten, dorthin fließt unsere Lebensenergie". Wenn Menschen ihr Blick auf Gott richten, ihr Leben danach ausrichten, egal wie sie ihren Gott nennen und welcher Kultur und Religion sie angehören, dann sind diese Menschen für mich auf einen richtigen Weg. Dieser gemeinsame Weg verbindet. Statt trennend zu wirken, sollte man die Gemeinsamkeiten hervorheben, denn in einer Welt voller Hass, Verleumdung, Falschheit, Zerwürfnissen, Streitigkeiten, Kriegen, Ehrabschneidungen, Lieblosigkeit und sozialer Kälte, sollten doch diese Worte in uns wach werden, eines großen Lehrers und Schöpfers: "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!" - Jesus Christus

Holger ich wünsche Dir was im Talmud und was Jean-Paul Sartre sagte: "Wer ist weise? Der von jedem Menschen lernt. Wer ist reich? Der mit seinem Teil zufrieden ist". - Talmud - "Zärtlichkeit ist eine Existenzform". - Jean-Paul Sartre, Zärtlichkeit ist die Welt mit einem liebenden Auge zu sehen und steht über Grobheit, Rauheit, Oberflächlichkeit. Abraham Lincoln war ein großer Mann. Er kannte seine Fehler und Schwächen und gab seinem Minister Stanton einen weisen Rat: "Wenn Du das Schlechte im Menschen suchst, wirst Du es auch finden".

Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute!

A.


Hallo A.,

na, welchen Eimer willst Du mir denn hier überstülpen? :-)
Es ist interessant zu sehen, mit welch immer gleichbleibenden Argumenten und scheinbaren Erkenntnissen, Mormonen versuchen den Ausstieg eines ehemaligen Mitgliedes zu erklären.

> Eine geraume Zeit betrachte ich Dein Leben und Deine Entwicklung. Habe mich gefragt, was Dich von einem fanatischen Mormonen zu einem fanatischen Gegner machte.

Tja wieder so ein Pauschalurteil. Die meisten Mormonen wollen bei argumentativ starken Ex-Mormonen, immer gerne den jetzt "fanatischen" Ex-Mormonen sehen (Siehe auch Fazit unten). Das beruhigt ungemein, oder? "Schaut, was aus ihm geworden ist.....und seht, wie gut es uns geht." Das hlift den eigenen Weg beständig zu rechtfertigen.


> Ich habe Deine Web-Seiten öfters angeschaut und sehe darin einen enormen Wandel Deiner Persönlichkeit.

Stimmt. Und zum Glück! Denn im Gegensatz zu den Mormonen und deren orthodoxen Lehren, darf ich mich verändern. Ich darf heute anderer Meinung sein, als kurz nach meinem Austritt. Damals haftete noch viel aus 14 Jahren Indoktrination an mir. Inzwischen habe ich einen langen Weg der Ablösung hinter mir und betrachte viele Dinge nüchterner,rationaler und vor allem objektiver.


> Erst sprichst Du noch von Dankbarkeit, weil diese Kirche Dich aus den Sumpf Deines kaputten Lebens gerettet hat, und Du nun eine neue Form des Fortschrittes für Dich und Deine Familie gefunden hast. Du bedanktest Dich bei der Kirche für die Stütze die sie in Deinem Leben war und versichertest noch in Deinen ersten Homepage-Seiten, daß Du dieser Kirche dafür immer dankbar sein würdest. Ich weiß nicht ob ich da etwas heute noch von Dankbarkeit bei Dir fühlen noch sehen kann.

Das muss ich auch nicht mehr. Denn ich habe heute, nach langer Auseinandersetzung mit meinem Leben verstanden, warum ich einmal Mormone wurde und was mich veranlasst hat, so lange dabei zu bleiben. Ich brauche den Mormonen für nichts dankbar zu sein. Die Mormonen könnten umgekehrt auch dankbar sein, dass jemand wie ich, mit so viel Kreativität und Engagement, in 14 Jahre seines Lebens, so vieles unentgeltlich beigetragen hat - von den finanziellen Entbehrungen mal ganz abgesehen. Aber das verlange ich genauso wenig. Es war ein Stück meines Lebens - nicht mehr und nicht weniger. Wichtiger ist die Erkenntnis, dass es nicht der richtige Weg war und die Kirche nicht die einzige Wahrheit hat. Darauf kommt es an.


> Ich sehe in Deinen Beiträgen zu kritischen Leserbriefen keine sachlich fundierte Auseinandersetzung. Eher nach dem Motto: "Wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es aus dem Wald wieder heraus".

Unsinn. Nach wie vor gilt meine Seite als äußerst sachlich und frei von Polemik, wie mir immer wieder von Lesern bestätigt wird, darunter auch Journalisten. Ich zitiere mal aus einem Leserbrief(10): "Lieber Holger Rudolph, ich habe schon des Öfteren mit Interesse Ihre Webseiten gelesen und möchte mich herzlich dafür bedanken, dass Sie sich so viel Mühe gemacht haben, m. E. sachlich korrekte und ausführliche Informationen über die Mormonen bereitzustellen."

Manchmal sehe ich halt nicht mehr ein, warum ich auf plumpe und naive Mails immer wieder seriös reagieren soll. (Ich erhalte wöchentlich polemische Mails von Mormonen) Ich sehe nicht ein, warum meine informative und mit viel Aufwand entstande Homepage immer wieder von ein paar fanatischen Mormonen als gedanklicher Mülleimer benutzt wird.
Frage Dich doch lieber, warum es so viele Mitglieder Deiner Kirche gibt, die überhaupt nicht in der Lage sind, vernünftig zu argumentieren und lieber mit Standard-Kirchensprüchen mein Leben verteufeln. Bei jeder seriösen Antwort erhalte ich nur Sprüche zurück. Es bin nicht ich, der unsachlich ist, sondern viele der Mormonen selbst. Du bemerkst ja an Deiner Mail, dass ich sie ausführlich behandle, weil Sie vernünftig geschrieben wurde. Das Problem liegt also nicht bei mir, sondern bei den Mitgliedern Deines Glaubens, von denen ich mir nicht alles bieten lassen muss. Du siehst außerdem an meiner Website, dass sie sehr ausführlich und fundiert geschrieben wurde. Also, warum immer alles wiederholen, was schon gesagt wurde?
Und: Zynismus - wenn denn angewandt - kann ein probates Mittel gegen Naivität und Mangel an Argumentationskraft sein - besonders bei indoktrinierten Menschen. Weiter zeigt sich am Beispiel von Leserbrief 09, dass ich auf solchen Unsinn in dieser Form überhaupt nicht antworte. Dass ich mich in Foren mit solchen Leuten etwas anders außeinandersetze, ist völlig legitim und auch notwendig.


> Doch nun frage ich Dich: Sieht so der freie Geist des Menschen aus? Ist das die höhere Stufe von Erkenntnis?

Was für eine höhere Stufe der Erkenntnis denn? Ich vertrete keinen Glauben und keine Ideologie und wer von der Kirche weg ist, ist froh, dass er nicht ständig damit infiltriert wird, die "höchste" Form des Glaubens, Denkens oder Erkennens zu haben, wie es die Mormonen tun. Mein Austritt war kein Beginn einer Suche nach einem "höheren" Weg, sondern der Beginn nach der Suche zu sich selbst. Und da braucht es keine Stufen und Vergleiche mehr.


> Ist das unabhängig von jeglicher Religion betrachtet nicht eher das Denken eines Zynikers?

Es fällt Dir schwer zu akzeptieren, dass kritsiche Ex-Mormonen auch anders sein können, oder?


> Gleiches mit Gleichem vergelten, ist dieses nicht schon längst veraltet? Auge um Auge, Zahn um Zahn? Heißt Erkenntnis von Wahrheit nicht auch Verständnis, Rücksicht, Liebe und Toleranz? Meinst Du, wenn Du auf einen kritischen oder polemischen Brief ebenso haltlos, kritisch und persönlichkeitsverletzend antwortest, Dich selbst auf ein solches niedriges Niveau stellst, das Deine Erkenntnis wirklich größer geworden ist? Du wirklich mehr Einsicht gewonnen hast?

Du predigst schon wieder :-)
Kann ich denn bitte mal ein Beispiel haben, wo ich denn auf einen Leserbrief verletzend geantwort habe? Und weiter, warum regst du dich über mich auf? Schreib doch mal deinen Glaubensgenossen eine Mail, die leben doch scheinbar nach dem Neuen Testament und sind trotzdem polemisch, oder? :-))) Ich hingegen unterstehe niemandem mehr.

Und: Bislang hat noch "JEDER", der mir eine vernünftige Mail geschrieben hat, eine vernünftige Antwort bekommen. Das gehört sozusagen zum Service dazu :-)


> Du wirklich mehr Einsicht gewonnen hast? Was heißt denn das Wort Einsicht? Deine erste Stellungsnahme zu Deinem Austritt habe ich nachvollziehen können und auch respektieren können, doch Dein jetziger Wandel erschreckt mich eher, weil ich einen Menschen sehe, der alles aufgreift, egal aus welcher Quelle es kommt, Hauptsache es ist negativ.

Na, na. Das ist schon eine ziemliche Unterstellung.
Ich bin ein Kritiker Deines Glaubens aber keiner, der nicht prüft, was er liest und einfach alles schwarz macht. Deine Reaktion zeigt, dass Wahrheit schmerzt, besonders bei gläubigen Menschen, deren Weltbild ins Wanken kommt.


> Du bemühst als Kritik in einem Deiner Leserbriefe-Antwort Mark Twain und weil Du so viel von ihm hältst, werde ich mit Mark Twain Dir auch antworten:

Das steht in keinem Leserbrief meiner Seite, sondern im
Bereich "über den Autor". So gut liest Du also meine Seite ;-)

>"Meiden Sie Menschen, die Ihre Ambitionen herabzusetzen suchen. Kleine Menschen tun dies immer; wahrhaft große Menschen geben Ihnen aber das Gefühl, daß auch Sie groß werden können". Nun frage Dich, zu welchem Menschen Du gehörst?

So schön einseitig argumentiert. Was hätte Mark Twain wohl zu den Mormonen gesagt? Ich versuche doch nicht herabzusetzen, sondern aufzuklären. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Mit meiner Aufklärung helfe ich Menschen, mehr Objektivität zu erhalten und damit mehr Verständnis. Für Mormonen, die sich angegriffen fühlen - wie Du - ist das Herabsetzung. Für andere eine Bereicherung.

Mark Twain fand Smiths Offenbarungen übrigens "ätzend" und bezeichnete sie als "gedrucktes Chloroform". Es wundert mich, dass Du ihn überhaupt zitierst. Ich habe auf meiner Website nie so etwas geschrieben. ;-)


> Mehr Erkenntnis von Wahrheit erhöht andere Menschen.

Ihr Mormonen habt echt ein Problem mit der "Erhöhung". Mehr Erkenntnis der Realität macht andere Menschen frei und hilft ihnen zu sich selbst zu finden.


> Als Christ bevorzuge ich die Bergpredigt, wie ich mit meinen "Feinden" umgehen soll oder Verfolgung ausgesetzt bin! Ein Gebet für meinen Mitmenschen kann mehr bewegen als verletzende Worte. Ich vermisse Deine Sanftmut.

Die Mormonen sind nicht meine Feinde. Der feindliche Gedanke wohnt in Euch, nicht in mir. Ich decke nur auf, was sie gerne verbergen möchten. Wenn die Mormonen sich dadurch "verfolgt" fühlen, so ist das deren Problem.


> Roy Eugene Davis sagte: "Dorthin, wohin wir unsere Aufmerksamkeit richten, dorthin fließt unsere Lebensenergie".

Sehr guter Satz. Ich richte Teile meiner Energie darauf, Menschen, die in einer Sekte sind oder dieser beitreten möchten, die Augen zu öffnen. Ich will Blinde sehend machen - das ist doch ziemlich christlich, oder? :-)


> Wenn Menschen ihr Blick auf Gott richten, ihr Leben danach ausrichten, egal wie sie ihren Gott nennen und welcher Kultur und Religion sie angehören, dann sind diese Menschen für mich auf einen richtigen Weg. Dieser gemeinsame Weg verbindet. Statt trennend zu wirken, sollte man die Gemeinsamkeiten hervorheben, denn in einer Welt voller Hass, Verleumdung, Falschheit, Zerwürfnissen, Streitigkeiten, Kriegen, Ehrabschneidungen, Lieblosigkeit und sozialer Kälte, sollten doch diese Worte in uns wach werden, eines großen Lehrers und Schöpfers: "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!" - Jesus Christus

Tja, dann sollten die Mormonen mal damit anfangen.
Die Mormonen sind doch die, die immer trennen:
- "Wir sind die einzig wahre Kirche"
- "Alle anderen Religionen sind ein Greuel in den Augen Gottes"
- "Niemand kommt ins Reich Gottes, ohne den mormonischen Glauben"
- "Nur unsere Vollmacht zählt"
- "Wir halten von der Ökumene nichts"
- "Andere haben nur Teilwahrheiten, wir die ganze Wahrheit"
- "Schwarze haben einen Fluch"
usw.
Man könnte Bände mit solchen Aussagen füllen.
Fazit: Die Mormonen suchen alles, nur keinen gemeinsamen Weg. Das macht eine Sekte zum Teil auch aus.


> Holger ich wünsche Dir was im Talmud und was Jean-Paul Sartre sagte: "Wer ist weise? Der von jedem Menschen lernt. Wer ist reich? Der mit seinem Teil zufrieden ist". - Talmud - "Zärtlichkeit ist eine Existenzform". - Jean-Paul Sartre, Zärtlichkeit ist die Welt mit einem liebenden Auge zu sehen und steht über Grobheit, Rauheit, Oberflächlichkeit. Abraham Lincoln war ein großer Mann. Er kannte seine Fehler und Schwächen und gab seinem Minister Stanton einen weisen Rat: "Wenn Du das Schlechte im Menschen suchst, wirst Du es auch finden".

Du predigst schon wieder. Und außerdem kann man diesen Satz auch umkehren: "Wer das Schlechte nicht sehen will, sieht es auch nicht" ;-)
Ein Satz, wie für die Mormonen geschaffen, gell?


Fazit:
Ich resümiere, dass Du, wie viele andere Mormonen auch, die von mir ans Licht gebrachten Tatsachen und Fakten über den Mormonismus, aufgrund Deines Glaubens, nicht anerkennen kannst und daher eine Verlagerung des Problems in die Person des Kritikers vornimmst Dies ist Teil der Apologetik, wie sie in allen Glaubensrichtungen gefunden werden kann. (FARMS lässt grüßen)


> Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute!

Ebenso ;-)

Gruß

H. Rudolph