Die Mormonen - Zwischen 'Wahrheit' und Wirklichkeit
Joseph Smith und Okkultismus


Betrachtet man das Leben von Joseph Smith und seinem Umfeld anhand historischer Daten genauer, so wird man erkennen, dass Smith immer wieder mit Magie, Okkultismus und Aberglaube in Verbindung gebracht werden kann. Untersuchungen, wie sie beispielsweise von D. Michael Quinn (früherer BYU Professor und Historiker) in seinem Buch Early Mormonism and the Magic World View, gemacht wurden, zeigen auf, dass sowohl Smith, seine Familie und andere Führer der Gemeinschaft zur damaligen Zeit mit den diversesten okkulten Praktiken vertraut waren. Darunter der Gebrauch von Wünschelruten, Astrologie zur Bestimmung von guten Empfängniszeiten, Untersuchung von Schädelkonturen, magischen Formeln, Sehersteinen und schützenden Talismanen.
Apologeten und Führer haben sich über die Jahre auf das Heftigste gegen solche Anschuldigungen gewehrt aber es gibt zu viele Fakten und Beweise, darunter Beobachtungen und Aussagen aus dem direkten Umfeld von Joseph Smith (z.B. Martin Harris, Joseph Knight, Oliver Cowdery, und Lucy Mack Smith)

In diversen Artikeln auf dieser Website bin ich bereits auf einige Bereiche eingegangen und möchte hier noch einmal die Teilbereiche zusammenfassen. Andere, neue Bereiche werde ich anführen. Die Links verweisen zu den einzelnen, ausführlicheren Artikeln:


Sehersteine

Es steht außer Zweifel, dass Joseph Smith im Besitz eines so genannten Sehersteines war und von diesem auch Gebrauch machte. Der Glaube an magische oder hellseherische Fähigkeiten eines solchen Steines, war zu Smiths Zeiten weit verbreitet. Joseph Smith fand seinen Seherstein, während er mit einem seiner Brüder einen Brunnen ausgrub (B.H. Roberts, A Comprehensive History of The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints, Band 1, S.129)
Er suchte damit nicht nur Schätze im Auftrag von Josiah Stowel, sondern benutzte den Stein später hauptsächlich dazu, um das Buch Mormon zu "übersetzen", in dem er den Stein in einen Hut warf und dann sein Gesicht darin vergrub. Auch in seinem Buch Mormon haben Seher und Sehersteine eine besondere Bedeutung.
Emma Smith, seine Frau, gab den Seherstein, den Smith anscheinend benutzt hatte, später an ihre Verwandten weiter. Er kann heute im Wilford Wood Museum, Woods Cross, Utah, betrachtet werden. Es kann jedoch gut sein, dass Smith mehr als einen dieser Steine besaß, denn auch die HLT-Kirche behauptet, den Seherstein Joseph Smiths zu besitzen.
Der Seherstein wurde häufig fälschlicherweise mit dem so genannten Urim und Thummim verwechselt (siehe Übersetzung des Buches Mormon). Beides sind jedoch unterschiedliche Dinge.


Hier oben eine Abbildung des Sehersteines, der anscheinend von Smith benutzt wurde. (Wilford Wood Museum)




Ähnliche Steine waren auch im Besitz und Gebrauch von David Whitmer und Jacob Whitmer (Zeugen des Buches Mormon).

Schatzsucherei
Zwischen 1823 und 1826 suchte Joseph Smith mit Hilfe seines Sehersteines nach allerlei Schätzen. 1826 stand er diesbezüglich sogar vor Gericht und wurde, wie ein Dokument der damaligen Zeit zeigt, dafür verurteilt. Aber nicht nur er, sondern die gesamte Smithfamilie war darin involviert. Schatzsucherei war zu dieser Zeit weit verbreitet. Mit der selben Methode, mit der nach den Schätzen suchte, fand er später angeblich auch die Goldenen Platten und übersetzte diese. Diese Tatsachen widersprechen den offiziellen Berichten der Kirche.


Verbindung zu den Freimaurern
Als Joseph Smith am 15. März 1842 Freimaurer wurde und am nächsten Tag in den 2. und 3. (höchsten) Grad aufstieg, übernahm er vieles aus deren okkulten Praktiken. Am 4. Mai 1842 führte der Führer der Mormonen das neue Endowment ein. Die neue Zeremonie glich in vielen Bereichen den Freimaurerriten, besonders, was die Zeichen, Symbole und Handgriffe anging. Es ist offensichtlich, dass Smith die Ideen für das neue Endowment den Freimaurerriten entlehnte. Smith eröffnete in Nauvoo eine Loge und viele seiner Anhänger wurden Freimaurer. Die Freimaurer gelten als Geheimbund.


Der Jupiter Talisman
1974 entdeckte Dr. Reed Durham, der damals Direktor des LDS-Institutes für Religion in Utah und Präsident der Mormon History Association war, den so genannten magischen "Jupiter Talisman" von Joseph Smith. Am 20. April 1974 gab er folgende, offizielle Aussage:

" ... ich möchte ihnen allen die wahrscheinlich seltsamste, sehr mysteriöse, okkulte und esoterische und doch Freimaurer bezogene Sache vorstellen, die je von Joseph Smith praktiziert wurde.." (Mormon Miscellaneous, von David C. Martin , Band 1, Oktober 1975, S.14-15)

Durham erklärte in seiner Ansprache u.a. den Nutzen, Gebrauch und das Aussehen des Jupiter Talismans und wurde von Seiten der Führer dafür stark kritisiert. Er musste später seinen Glauben an Smith schriftlich bestätigen.
Aber auch viele andere Historiker haben seit dieser Entdeckung diesen Fund bestätigt und aufgezeigt, dass Smith diesen Talisman besaß und auch nutzte. Man sagte von solch einem Talisman, dass er dem Besitzer "Reichtum", "Beliebtheit" und "Kraft" bringen würde. Der Talisman selbst enthält Symboliken die aus dem Bereich der Magie und Astrologie stammen.
Dass Joseph Smith auch an Astrologie interessiert war, spiegelt sich sehr gut am Inhalt des Buches Abraham wieder.




Der Jupiter Talisman


Der Jupiter Talisman

Fazit
Die Erkenntnisse über Joseph Smiths Verwicklungen in den Okkultismus geben sehr viel Erklärungen darüber, wie der Mormonismus in Wirklichkeit entstanden ist. Die offizielle Kirchenlehre, die durch die Missionare verkündet und den Mitgliedern gelehrt wird, ist eine Wunschvorstellung, die auch daraus entstanden ist, sich von diesen unangenehmen Themen zu entfernen.
Zusammenhänge werden sehr schön sichtbar. Sehersteine, Seher, Übersetzungen, Schätze, Goldene Platten, Astrologie, usw. Alles steht miteinander in Verbindung und erklärt das Weltbild eines Mannes, den die Mormonen als Propheten verehren. Smith warf so ziemlich alles in einen Topf, was es zu seiner Zeit gab: Christentum, Judentum, Freimaurertum, Okkultismus, Aberglaube, Phantasie, Wissen des 19. Jahrhunderts, usw. Daraus schuf er eine neue Lehre und eine neue Religion. Kein Wunder, dass die gewünschte Identität der Mormonen immer wieder auf Dissonanzen stößt, die es heißt, erfolgreich zu verdrängen.