Die Mormonen - Zwischen 'Wahrheit' und Wirklichkeit
Die Empfängnis Christi

Gemäß der Bibel wurde Maria als Jungfrau schwanger und empfing das Jesuskind durch den Heiligen Geist (Mat. 1:18). Die meisten christlichen Kirchen und Gemeinschaft haben diese Empfängnisgeschichte bis heute in ihren Glaubensgrundsätzen verankert.
Ob man an eine jungfräuliche Geburt glauben will oder nicht, sei hier einmal dahingestellt. Die Mormonen haben jedenfalls ihre eigene Vorstellung von diesem Ereignis. Als ich 1987 als Konvertierter und junger Missionar zum ersten Mal von dieser Lehre hörte, war ich ziemlich erschrocken, denn Mormonen glauben tatsächlich, dass dieser Empfängnis ein Geschlechtsakt zwischen Gott (der einen Körper aus Fleisch und Gebein haben soll) und Maria vorausging.

Zunächst Brigham Young dazu:

"Als die Jungfrau Maria das Kind Jesus empfing, hatte der Vater ihn in seinem eigenen Bilde gezeugt. Er wurde nicht durch den Heiligen Geist gezeugt." (Journal of Discourses, Band 1, Seite 50)
"Die Geburt des Erlösers war so natürlich, wie die Geburten unserer Kinder. Es war das Resultat einer natürlichen Begebenheit. Er hatte Anteil an Fleisch und Blut - wurde von seinem Vater gezeugt, wie wir durch unsere Väter." (Journal of Discourses, Band 8, Seite 115)

Mormonenapostel Bruce R. McConkie:

"Christus wurde von einem unsterblichen Vater gezeugt, wie sterbliche Menschen von ihren sterblichen Vätern gezeugt werden." (Mormon Doctrine [dt. Ausgabe], LDS BOOKS,1979, Seite 136)

Joseph Fielding Smith, der 10. Präsident der Kirche lehrte:

"Sie sagen uns, dass das Buch Mormon und die Bibel lehren, dass Christus durch den Heiligen Geist gezeugt wurde. Ich bestreite diese Aussage. Das Buch Mormon lehrt so etwas nicht! Auch die Bibel lehrt das nicht.!" (Doctrines of Salvation, Band 1, S. 19)
Nun, Joseph Fielding Smith kannte scheinbar sein Buch Mormon nicht, denn im Buch Alma desselben heißt es:
" Und siehe, er wird von Maria zu Jerusalem geboren werden, das das Land unserer Vorväter ist; und sie ist eine Jungfrau, ein kostbares und erwähltes Gefäß, und sie wird überschattet werden und durch die Macht des Heiligen Geistes empfangen und einen Sohn zur Welt bringen, ja, den Sohn Gottes." (Alma 7:10)
Es ist interessant festzustellen, dass das Buch Mormon in seinen Aussagen sich sehr viel näher am allgemein christlichen Verständnis befindet, als die erst später hinzugekommen Lehren. Daher fehlen auch viele der mormonischen Lehren in diesem Buch. Smith entwickelte den Mormonismus über Jahre und Brigham Young setzte diese Entwicklung fort.

Aber weiter im Text. Der verstorbene Präsident Ezra Taft Benson sagte folgendes:
"Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage verkündet, dass Jesus Christus der Sohn Gottes im wahrsten Sinne des Wortes ist. Der Körper in dem er seine Mission im Fleisch erfüllte wurde durch dasselbe Heilige Wesen gezeugt, welches wir als Gott unseren ewigen Vater verehren. Jesus war nicht der Sohn Josephs und er wurde nicht durch den Heiligen Geist gezeugt. Er ist der Sohn des Ewigen Vaters." (The Teachings of Ezra Taft Benson, Seiten 6-7)
Und um es auf den Punkt zu bringen: Gott hatte Sex mit Maria.
Nun, für die meisten Christen ist diese Aussage ungeheuerlich und unvorstellbar. Sie ruft aber auch im Mormonismus Widerspruch hervor, denn nach mormonischer Lehre (Plan der Erlösung) waren alle Menschen zunächst Geistkinder Gottes und seiner Frau. Also auch Jesus und Maria. Beide waren demnach Geschwister und Kinder des göttlichen Vaters. Durch den Zeugungsprozess, bei dem Gott Sex mit Maria hatte, kam es zum sexuellen Verhältnis zwischen Vater und Tochter, allgemein als Inzest bekannt.....
Ich klinke mich an dieser Stelle aus der Diskussion aus. Sie übersteigt ehrlich gesagt mein Vorstellungsvermögen. Es genügt, wenn diese Doktrin hier ihre Erwähnung findet und daraus schlussfolgern kann man allemal.