Die Mormonen - Zwischen 'Wahrheit' und Wirklichkeit
Quellen des 19. Jahrhunderts

  • Adair, James, The History of the American Indians, London, 1775.
    Adair's Indianer-Israeliten-Theorie besteht aus 23 Parallelen zwischen indianischen und jüdischen Bräuchen. Unter anderem behauptete er, dass die Indianer den jüdischen Sabbat feierten, die Beschneidung hatten und Tieropfer vollzogen. Adair betont auch die Hautfarben.
  • Boudinot, Elias, A Star in the West; or a Humble Attempt to Discover the Long Lost Ten Tribes of Israel, Trenton, 1816.
    Baut sein Buch auf das Wissen Adairs und spricht auch vom verlorenen Buch Gottes der Indianer.

  • Cusick, David, Sketches of the Ancient History of the Six Nations, Lewistone, NY, 1827
    Berichtet von indianischen Fabeln. Eine Fabel beispielsweise spricht von den Nachfahren zweier Brüder, die sich ständig im Krieg befinden bis eine Gruppe schließlich in Nord Amerika vernichtet wurde.
  • Flint, Timothy, Recollections of the Last Ten Years, Passed in Occasional Residences and Journeyings in the Valley of the Mississippi, Boston, 1826 Erwähnt die Idee, dass die Indianer jüdischer Abstammung sein könnten. Er erwähnt die Entdeckung von Mammutknochen und Steinsärgen.

  • Haywood, John, The Natural and Aboriginal History of Tennessee, Nashville, 1823
    Vergleicht amerikanische Antiquitäten mit denen der Hindus, Ägyptern und Hebräern. Er beschreibt nordamerikanische Festungen und Mexikanische Tempel, den Gebrauch von Metallen, darunter Stahl, Kupfer und Messingplatten. Weiter den möglichen Gebrauch von Rädern und Pferden und kommt zur Schlussfolgerung, dass die „Mound Builder" ( Zelph, der weiße Lamanite! Siehe Buch Mormon - Archäologie - Geographie ) eine weiße Rasse waren, die von den Indianern vernichtet wurden.

  • Imlay, George, A Topographical Description of the Western Territory of North America, London, 1793
    Beschäftigt sich mit den „Mound Builder", die ihre Toten in Steinboxen begraben haben.

  • Juarros, Domingo, A Statistical and Commercial History of the Kingdom of Guatemala, London, 1823
    Behauptet, dass die Indianer aus der Alten Welt stammen und auch, dass diese kurz nach dem Turmbau zu Babel in die Neue Welt kamen.
  • McCulloh, James H., Researches on America; Being an Attempt to Settle Some Points Relative to the Aborigines of America &c., Baltimore, 1817
    Diskutiert mehrere Theorien über die Herkunft der Indianer, die Probleme einer transozeanischen Überquerung und eine Theorie über eine weiße Gruppe, die den anderen voraus war und die „Mounds" gebaut hat.

  • Mather, Cotton, India Christiana. A Discourse, Delivered unto the Commissioners, for the Propagation of the Gospel among the American Indians, Boston, 1721
    Spricht darüber, dass die Indianer von der Alten Welt zur Neuen gesegelt sein könnten.

  • Mather, Samuel, An Attempt to Shew, that America Must Be Known to the Ancients, Boston, 1773
    Er glaubte, dass Amerika von zwei Hauptgruppen bevölkert wurde. Eine vom Turmbau zu Babel und die andere Jahrhunderte später, von Asien oder Phönizien aus. Er spricht auch über die Theorie, dass das Alte Amerika von einigen der Apostel Christi oder dessen Siebzigern besucht wurde.

  • Priest, Josiah, The Wonders of Nature and Providence, Displayed, Albany, 1825 und 1826
    Behauptet, dass die Indianer Nachfahren der Hebräer sind. Dies entnimmt er dem Buch von Ethan Smith View of the Hebrews. Dieses Buch wurde in Rochester, etwa 20 Meilen von Joseph Smiths Heimat veröffentlicht!

  • Sewall, Samuel, Phaenomena Quaedam Apocalyptica, Boston, 1697 und 1727
    Sagt, dass die Indianer Israeliten sind und dass Amerika der Ort für das Neue Jerusalem sein könnte. Erwähnt, dass die „verlorenen Schafe" in Johannes 10:16 die Indianer sind.

  • Smith, Ethan, View of the Hebrews; or the Tribes of Israel in America, Poultney, VT, 1823 und 1825
    Sein Werk ist bei weitem das interessanteste unter den Büchern, die sich mit der Herkunft der Indianer und der „Mound Builder" beschäftigen. Er behauptet, dass die ersten Siedler in der Neuen Welt die verlorenen Zehn Stämme sind. Er erwähnt außerdem die Legende des verlorenen Buches Gottes der Indianer, welches eines Tages wieder hervorkommen würde.
    Da dieses Buch das Grundgerüst für das Buch Mormon gewesen sein könnte, wird diesem ein eigenes Kapitel weiter unten gewidmet.

  • Thorowgood, Thomas, Jews in America, or , Probabilities That the Americans are of that Race, London, 1652
    Er erwähnt die Idee, dass das Evangelium einst den alten Indianern gepredigt wurde und spricht über die Wichtigkeit deren Bekehrung.

  • Yates, John and Joseph Moulton, History of the State of New York, 1824
    Behauptet, dass die „Mounds" von einer Gruppe von weißhäutigen Menschen gebaut wurden, die von den Indianern zerstört wurden. Spricht über die Entdeckung der Hieroglyphenschrift und Mammutknochen. Berichtet davon, dass Zeichen der Freimaurer in bestimmten Gebieten den Indianern bekannt waren.

Dies ist nur ein Auszug der Bücher, die damals bekannt waren und deren Inhalt Joseph Smith als Grundlage gedient haben könnten. Der Leser wird die vielen Parallelen zum Buch Mormon erkannt haben. Die Gedanken und Hintergründe um das Buch Mormon waren also zu Zeiten Joseph Smiths nicht neu. Viele andere Bücher haben darüber berichtet - Bücher, die heute niemand mehr ernst nehmen würde. 1

Eines davon hat aber zumindest innerhalb der Kirche im letzten Jahrhundert noch für Aufsehen gesorgt. Es ist dies Ethan Smiths Buch View of the Hebrews, mit dem sich B.H. Roberts eingehend beschäftigt hat.


Fußnoten

1 Sandra Tanner, Where Did Joseph Smith Get His Ideas for the Book of Mormon from, www.utml.org/onlineresources/bomindianorigins.htm