( Anti-Schwarzen-Doktrin der HLT-Gemeinschaft )
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| Martin
Luther King kämpfte für die Gleichberechtigung von Schwarz
und Weiß und zahlte dafür mit seinem Leben. |
Mormonenpräsident
Brigham Young und andere Mormonenführer lehrten, dass die schwarze
Hautfarbe ein göttlicher Fluch sei. |
Ich habe einen Traum, daß eines
Tages auf den roten Hügeln von Georgia die Söhne früherer
Sklaven und die Söhne früherer Sklavenhalter miteinander am
Tisch der Brüderlichkeit sitzen können.....
Ich habe einen Traum, daß meine vier kleinen Kinder eines Tages
in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer
Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilen wird "
(Martin Luther King, aus der Rede
zum Marsch auf Washington 1963)
Ihr seht einige Klassen der menschlichen Familie,
die schwarz, ungehobelt, ungepflegt, unstimmig und niedrig in
ihren Gewohnheiten sind, wild und offensichtlich mit Mangel
an all den Segnungen der Intelligenz behaftet sind, die großzügig
auf die Menschheit verteilt wurde....und der Herr setzte auf
ihn (Kain) ein Zeichen, die schwarze Hautfarbe und die flache Nase.
Verfolgt die Entwicklung der Menschheit von der Flut bis heute und Ihr
werdet sehen, dass ein weiterer Fluch auf diese Rasse ausgesprochen
wurde - dass sie die 'Diener aller Diener' sein sollen...."
(Mormonen Prophet Brigham Young, Journal of Discourses, Vol.
7, S. 290, 1859)
Als ich als junges Mitglied zum ersten Mal in einer Sonntagsschulklasse
von der Kirchenlehre über die Schwarzen hörte, konnte ich
kaum glauben, was da gesagt wurde. Ich wollte Jesus Christus nachfolgen
und mich in Toleranz und Weitsicht üben. Es lag mir fern, Menschen
nach ihrer Rasse oder Kultur zu beurteilen oder gar zu bewerten. Jetzt
musste ich lernen, dass Gott scheinbar zwischen den Rassen Unterschiede
machte und darum den Schwarzen bis 1978 das Priestertum in der Kirche
verwehrte. Diese Lehre war all die Jahre schwer zu verdauen für
mich und hat schließlich auch dazu geführt, dass ich mich
kritisch mit den Lehren auseinandergesetzt habe.
Wie kam es nun zu einer solchen Lehre und auf was berufen sich die Mormonen.
Zunächst müssen wir verstehen - wie beim Buch Mormon auch - dass Joseph Smith und
seine direkten Nachfolger, wie Brigham Young, dem Gedankengut des 19. Jahrhunderts
unterlagen. Die Sklaverei war ja schon lange vor Joseph Smith in Amerika eingeführt
worden und prägte natürlich auch ein Bild des schwarzen Mannes in den Köpfen
der Weißen. Bekanntlich führten die damit in Zusammenhang stehenden Konflikte im
Jahre 1861 zum Sezessionskrieg zwischen den industrieorientierten Nordstaaten und den
landwirtschaftlich orientierten Südstaaten ( Großplantagen mit Sklavenwirtschaft).
Dass die Sklaverei mit dem Sieg der Nordstaaten unter den Generälen
Grant und Sheridan ein Ende fand bedeutete nicht, dass die Gleichberechtigung des schwarzen
Mannes Selbstverständlichkeit wurde. Bis heute kämpfen die Schwarzen in den USA um
Gleichberechtigung, obschon (erst) 1964 in den USA das Bürgerrechtsgesetz
verabschiedet wurde, welches die volle Gleichberechtigung der Farbigen gewährleisten
sollte. Namen wie Martin Luther King und Malcom X spielten eine wichtige Rolle in diesem
Prozess. Schließlich ließ auch die Kirche im Jahre 1978 von ihrem bis dahin
vehement vertretenen Standpunkt ab, dass Schwarze in der Kirche kein Priestertum tragen
dürfen. Eine der letzten Bastionen des Rassismus im 20. Jahrhundert war geschlagen.
Die Konflikte um diese scheinbare "Offenbarung" im Jahre 1978 und die damit verbundene
Lehre lassen aber innerhalb und außerhalb der Kirche nicht ab. War dies wirklich
eine Offenbarung oder gaben die Kirchenführer nur dem Druck der Öffentlichkeit
nach?
Untersuchen wir zunächst die theologischen Grundlagen
für eine solche Lehre in der Kirche. Zunächst finden wir im Alten Testament
folgende Aussage:
Der Herr aber sprach zu ihm: Darum soll jeder, der Kain erschlägt, siebenfacher
Rache verfallen. Darauf machte der Herr dem Kain ein Zeichen, damit ihn keiner erschlage,
der ihn finde. 1
Im 19. Jahrhundert und früher gab es keine Erkenntnisse über die
Herkunft der Menschen so, wie wir sie heute haben. Für die meist gläubigen
Menschen gab es nur eine Erklärung für den Ursprung der Menschheit, nämlich
Adam und Eva. Und da Adam und Eva nach Gottes Abbild geschaffen wurden und dieser
angeblich weiß war, musste es eine Erklärung für die Menschen mit dunkler
Hautfarbe geben. Diese Fragestellung existierte sicherlich schon sehr früh und so ist
es kein Wunder, dass das "Zeichen", welches Gott Kain gab, die schwarze Hautfarbe sein
sollte. Peter Paris, Professor für religiöse Studien an der Princeton
Universität gab 1998 eine weitere Erkläung in der Salt Lake Tribune:
Die Idee des Fluches begann mit der biblischen Geschichte von den drei
Söhnen Noahs, Sem, Jafet und Ham, die als Ahnen diverser Gruppen gelten.
Harris Lenowitz, ein Bibelgelehrter an der Universität von Utah
fügt hinzu:
Nachfahren von Sem, dem ältesten Sohn, wurden als bevorzugte Rasse
angesehen - die Semiten, oder Juden und Araber. Jafet, der nächste Sohn, war der
Vater anderer weißer und gelber Rassen. Ham, der jüngste und sein Sohn Kanaan
gingen Verbindungen mit Afrikanern ein. Die Bibel sagt, da Ham seinen Vater nackt sah,
wurden er und seine Nachfahren verflucht die 'Diener aller Diener' zu sein.
Paris weiter:
Daran gibt es nichts wissenschaftliches, es ist eine Sache von Legenden.
Diese Aussage wurde von Sklavenhändlern des 18. Jahrhunderts benutzt, um die
Entführung von Afrikanern aus ihren Heimen zu den Märkten zu rechtfertigen.
Sie wurde von christlichen Sklavereibefürwortern während des Bürgerkrieges
benutzt, um die Sklaverei fortzusetzen. Die Kirchen nahmen nach und nach die Idee der
Sklaverei an und diese Ideen halfen ihre Handlungen zu rechtfertigen, in dem sie sagten,
dass die Sklaven, besonders die von Afrika, nicht vollständig menschlich seien.
Diese Ideen verschwanden langsam nach dem 2. Weltkrieg und mit den Menschenrechtsbewegungen
aber die Eliminierung ist nicht zu 100% abgeschlossen. 2
Brigham Young wird diesen Vorwürfen gerecht:
Verfolgt die Entwicklung der Menschheit von der Flut bis heute und ihr werdet
sehen, dass ein weiterer Fluch auf diese Rasse ausgesprochen wurde - dass sie die
Diener aller Diener sein sollen.... 3
Glücklicherweise sind wir heute in dieser Hinsicht aufgeklärt
und wissen über die Herkunft des Menschen und die Rassenentwicklung besser Bescheid.
Allerdings vertreten einige wenige fundamentalistische Gruppierungen, darunter
die Mormonen, immer noch diese längst überholten Ansichten.
Mormonen Apostel Bruce R. McConkie bemerkte dazu:
Obwohl er ein Rebell und ein Partner von Luzifer in der Präexistenz
war,...erhielt Kain das Privileg der irdischen Geburt... Er stand in offener Rebellion,
kämpfte gegen Gott, betete Luzifer an und erschlug Abel.... Als Resultat dieser
Rebellion wurde Kain mit einer dunklen Hautfarbe verflucht; er wurde der Vater der
Neger; und solche Geister, die nicht würdig sind, das Priestertum zu
empfangen, werden durch diese Linie
geboren. 4
Dass Joseph Smith auch an diesen Ansichten festhielt,
zeigt eine Stelle im Buch Mormon:
Und die Haut der Lamaniten war dunkel, gemäß dem Kennzeichen,
das auf ihre Väter gesetzt worden war - nämlich ein Fluch auf ihnen -
wegen ihrer Übertretung und ihrer Auflehnung gegen ihre
Brüder ..... 5
Laut dem Buch Mormon gab es also eine
helle und eine dunkle Rasse. Die dunkle Rasse stammte von der hellen
Rasse ab und wurde aufgrund eines göttlichen Fluches dunkel. Die
weiße Rasse wurde schließlich vernichtet und so gab es nur
noch Menschen mit dunkler Hautfarbe. Hinter dieser Aussage steckt ein
Problem, das Joseph Smith beim Schreiben des Buches Mormon lösen
musste. Laut dem Buch Mormon und den Ansichten des 19. Jahrhunderts
stammen die Ureinwohner Amerikas ja von den 10 verlorenen Stämmen
Israels ab. Diese waren also ursprünglich weiß. Wie kommt
es aber, dass sämtliche Indianerstämme der Neuen Welt dunkle
Hautfarbe haben? Smith bediente sich der Ansichten seiner Zeit, die
aus dem Alten Testaments hergeleitet wurden, und baute diese in sein
Buch ein. Wie bereits im Buch Mormon Teil meiner Homepage erklärt
hat es niemals weiße Ureinwohner in Amerika gegeben und außerdem
stammen die Ureinwohner nicht von Übersiedlern der Alten Welt ab,
sondern sind nachweislich mongolider Herkunft. Interessant auch zu wissen,
dass im Buch Mormon Änderungen diesbezüglich gemacht wurden.
In früheren Version des Buches Mormon wurde davon gesprochen, dass
die Lamaniten eines Tages ein "weißes und angenehmes Volk"
werden würden. 1981 wurde diese Aussage in "reines und angenehmes
Volk" geändert ( 2.Nephi 30:6 ).
Dass nur Weiße in der Kirche das Priestertum tragen durften ist laut der
der Lehre der Kirche auf eine Schriftstelle im Buch Abraham der köstlichen Perle zurückzuführen:
Dieser König von Ägypten aber war ein Abkömmling aus den
Lenden Hams und hatte durch seine Geburt kanaanitisches Blut in den Adern ....... Pharao,
der ein rechtschaffener Mann war, begründete sein Königreich und richtete sein
Volk weise und gerecht ...... Noach, der sein Vater war und ihn mit den Segnungen der Erde
gesegnet hatte, dazu auch mit den Segnungen der Weisheit, der ihn aber, was
das Priestertum betrifft, verflucht hatte. Pharao aber entstammte der Linie, durch die
er das Recht des Priestertums nicht haben
konnte ... 6
Nach dem Fund der Abraham Papyri im Jahre 1967 wurde offensichtlich, dass
Joseph Smith keinerlei Fähigkeiten besaß, Ägyptisch zu übersetzen.
Viele Intellektuelle der Kirche verloren ihren Glauben an Joseph Smith und verließen
daraufhin die Kirche. Es gibt, abgesehen von den weiter unten angeführten
Meinungen, dass es sich bei der Schwarzenfrage um ein "Gesetz Gottes" handle, keinerlei theologische Grundlage
für diese sehr fragliche Praxis der Kirche, bis auf eine Schriftstelle, die mit dem
Fund der Abraham-Papyri nachweislich im Kopf des Propheten selbst entstanden und daher
theologisch nicht mehr haltbar ist.
Im so genannten "Plan der Erlösung" gibt es nach mormonischer Lehre
auch eine genaue Erklärung für diese Unterscheidung zwischen Schwarz und
Weiß. Bekanntlich glauben die Mormonen ja an eine Präexistenz in der
Gegenwart Gottes. Dort kam es zu einem großen Rat im Himmel, bei dem sich
einige für und andere gegen den Plan Gottes entschieden hatten. Solche die
lau waren, erhielten auf der Erde die schwarze Hautfarbe. Apostel Bruce R.
McConkie schrieb:
Diejenigen, die in der Präexistenz weniger tapfer waren und die
dadurch bestimmte geistige Restriktionen in der Sterblichkeit erhalten haben, sind bei
uns als Neger bekannt. 7
Interessanter Weise gab es aber Ausnahmen zu diese Lehre. Einem schwarzen
Mann namens Elijah Abel wurde am 3. März 1836 das Priestertum übertragen. Der
Mormonen Historiker Andrew Jenson schrieb:
Abel, Elijah, war der einzige farbige Mann von dem bekannt war, dass
ihm das Priestertum übertragen wurde .... er wurde am 3. März 1836 zum
Ältesten ordiniert und am 4. April 1841 zum Siebziger. Hier wurde eine Ausnahme
der generellen Regel gemacht im Zusammenhang mit farbigen Menschen und der
Kirche...." 8
Laut den Berichten von Zeitzeugen wurde diese "Ehre" wegen der
Loyalität von Abel gegenüber Joseph Smith zuteil. Aber nicht nur wurde Abel
selbst ordiniert, sondern auch seine Nachkommen. Darunter sein Sohn Enoch Abel
( am 10. November 1900 ) und sein Enkel Elijah Abel ( am 5. Juli 1934 ). Diese
Informationen wurden von Bob Phillips herausgefunden. Als Beweis dient eine Fotografie
der Ordinierungsurkunde des Enkels von Abel, die in den Archiven der Genealogischen
Gesellschaft gefunden wurde. 9
Neben diesen Beispielen gibt es noch weitere auf die ich hier nicht näher eingehen
möchte.10
Dass es zu diesen Ordinierungen kommen konnte ist sehr interessant.
Zum einen beweist der Sachverhalt, dass die Politik der Kirche gegenüber den Schwarzen
schon zu Zeiten Joseph Smiths die Regel war. Apologeten der Kirche versuchen nämlich
diese Lehre auf Brigham Young zu schieben um festzustellen, dass Joseph Smith kein
Rassist gewesen ist, sondern diese Lehre sich erst später etabliert hat. Zum
anderen zeigt dieses Beispiel, wie konträr sich das Bild der Kirche oft darstellt.
Laut den Aussagen vieler Generalautoritäten gab es nämlich für Schwarze
in diesem Leben gar keine Chance das Priestertum zu empfangen und dies entsprach auch
der Praxis. Wenn es nun ein so scharfes Gesetz Gottes gab, wie konnten Smith und andere
diese Ordinierungen zulassen?
Die Einstellung ging sogar so weit, dass eine Vermischung
von weißem und schwarzem Blut zu einer Übertragung des "Fluches"
führen würde. Mormonenapostel Mark E. Peterson bemerkt dazu:
Wenn sich nur ein Tropfen Negerblut in meinen Kindern befindet, so wie ich es euch
vorgelesen habe, werden sie den Fluch empfangen. 11
Brigham Young ging noch weiter:
Soll ich euch das Gesetz Gottes in Bezug auf die afrikanische Rasse sagen.
Wenn der weiße Mann, der zum auserwählten Geschlecht gehört,
sein Blut mit dem Kains vermischt, ist die Strafe, die darauf folgt, der sofortige
Tod. Dies wird immer so sein." 12
Die Schwarzen wurden als minderwertiges Volk betrachtet:
Die Neger stehen mit anderen Rassen nicht gleich, wenn es um das
Empfangen von bestimmten spirituellen Segnungen geht,... aber diese Ungleichheit stammt
nicht von Menschen. Es ist die Sache des Herrn, basierend auf seinem ewigen Gesetz
der Gerechtigkeit und kommt vom Mangel spirituellen Mutes im Ersten Stand derjenigen,
die es betrifft.13
Ihr seht einige Klassen der menschlichen Familie, die schwarz, ungehobelt,
ungepflegt, unstimmig und niedrig in ihren Gewohnheiten sind, wild und offensichtlich mit
Mangel an all den Segnungen der Intelligenz behaftet sind, die großzügig
auf die Menschheit verteilt wurde....und der Herr setzte auf ihn (Kain) ein Zeichen,
die schwarze Hautfarbe und die flache Nase. Verfolgt die Entwicklung der Menschheit von
der Flut bis heute und Ihr werdet sehen, dass ein weiterer Fluch auf diese Rasse
ausgesprochen wurde - dass sie die Diener aller
Diener sein sollen.... 14
John Taylor sieht den Teufel in den Schwarzen repräsentiert:
Und uns wurde gesagt, dass nach der Flut der Fluch, der über Kain
gekommen war, durch Hams Frau fortbestand .... Und warum bestand dieser über die Flut
hinaus fort? Weil es notwendig war, dass der Teufel auf der Erde
repräsentiert wird, so wie Gott auch. 15
Wie bereits geschildert, änderte
sich die Haltung der Kirche im Jahre 1978. Zu diesem Zeitpunkt empfing der
damals amtierende Prophet Spencer W. Kimball eine angebliche "Offenbarung",
die den Schwarzen die Segnungen des Priestertums bringen sollte. In der Amtlichen
Erklärung Nr. 2 vom 8. Juni 1978 lesen wir:
In Anbetracht der Verheißungen, die von den uns vorausgegangenen Propheten und
Präsidenten der Kirche gemacht worden sind, nämlich dass zu einer bestimmten
Zeit in Gottes ewigem Plan alle unsere Brüder, die dazu würdig sind, das
Priestertum empfangen können......Er hat unsere Gebete vernommen und durch
Offenbarung bestätigt, dass der langverheißene Tag gekommen ist, wo jeder
glaubenstreue, würdige Mann in der Kirche das heilige Priestertum....empfangen
und sich mit seiner Familie sämtlicher Segnungen
erfreuen darf.... 16
Diese Aussage ist in verschiedener Hinsicht problematisch. Zum einen ist
verwunderlich, dass der genaue Wortlaut dieser so genannten Offenbarung fehlt und bis
zum heutigen Tag nicht an die Öffentlichkeit gelangt ist. Offenbarungen, die Joseph
Smith empfangen hatte, wurden immer in genauem Wortlaut dokumentiert und nicht in Form
einer Erklärung. Die Salt Lake Tribune machte folgende Aussage dazu:
" Kimball wies eine Diskussion über die Offenbarung, die die 148 Jahre alte
Haltung der Kirche bezüglich der Ordination der Schwarzen änderte zurück,
in dem er sagte, es sei eine 'persönliche Sache' ...Kimball sagte, die Offenbarung
kam zu dieser Zeit, da sich die Bedingungen und die Menschen geändert haben. 'Es
ist eine andere Welt als vor 20 oder 25 Jahren. Die Welt ist bereit dafür',
sagte er." 17
Man kann davon ausgehen, dass es keine solche Niederschrift gibt oder je
gegeben hat. Bruce R. McConkie sprach nur von einem Gefühl, dass alle im
Tempel erlebt hatten und so auch viele, die diesem Ereignis beiwohnten. Ein Gefühl,
das alle wollten? Ein Gefühl das kommen musste, weil es keinen anderen Ausweg aus
dem Dilemma mehr gab?
Weiter spricht Kimball hier von einer Verheißung, die von den
vorausgegangenen Präsidenten gemacht worden sind. Nun, auf was beziehen sich diese
Verheißungen? In der Kirchenzeitung Deseret News war am 10. Juni 1978
folgendes zu lesen:
Die Verlautbarung vom Freitag erfüllte die Aussagen von den meisten HLT
Kirchenpräsidenten seit Joseph Smith, dass Schwarze eines Tages die vollen Segnungen
der Kirche empfangen würden, das Priestertum mit inbegriffen. Brigham Young sprach
einst gegen die Sklaverei und sagte der Utah Legislativen, '... der Tag wird kommen,
wenn all die Rassen (Schwarze) erlöst und alle Segnungen besitzen werden, die wir
jetzt haben.' 18
Diese Aussage suggeriert dem Leser aber ein falsches Bild. Brigham Young
verkündete nämlich, dass dieser Tag erst nach der Auferstehung sein wird:
Wenn alle Kinder Adams das Vorrecht gehabt haben, das Priestertum zu empfangen
und in das Reich Gottes gelangt sein werden und von allen vier Enden der Erde erlöst
sein werden und ihre Auferstehung von den Toten empfangen haben werden, dann wird es
noch Zeit genug sein, den Fluch von Kain und seinen Nachfahren
zu nehmen. 19
Was ist das Zeichen? Du kannst es auf dem Gesichtsausdruck eines jeden
Afrikaners sehen, den du je auf dieser Erde gesehen hast,...der Herr sagte Kain, dass er
die Segnungen des Priestertums nicht empfangen wird, noch seine Nachkommen, bis der
letzte Nachkomme Abels das Priestertum empfangen hat, bis die Erde erlöst
sein wird. (Quelle siehe 20)
Aber lasst mich weiter erklären. Lasst mich mein Samen mit dem Samen
Kains vermischen, dann wird der Fluch auf mich und meine Generation kommen...An diesem
Tag und zu der Stunde, zu der wir dies tun, wird das Priestertum von der Kirche und
vom Königreich genommen und Gott wird uns unserem Schicksal
überlassen.20
" Und wenn alle restlichen Kinder ihre Segnungen des heiligen Priestertums empfangen
haben werden, dann wird der Fluch von Kain genommen werden und sie werden das Priestertum
besitzen und die Segnungen empfangen, die wir jetzt
haben. 21
Dies ist was Brigham Young wirklich lehrte und es steht in komplettem
Widerspruch zu der Amtlichen Erklärung Nr. 2. Diese Lehre wurde aber auch von den
folgenden Generalautoritäten vertreten. Joseph Fielding Smith bemerkte folgendes:
Kain wurde dadurch, dass er selber leiden musste, nicht nur persönlich bestraft,
sondern er wurde auch der Vater einer minderwertigen Nachkommenschaft. Ein Fluch wurde über
ihn ausgesprochen, und dieser Fluch pflanzte sich auf alle seine Nachkommen fort und muss
sich fortpflanzen bis ans Ende der Zeiten.22
N. Eldon Tanner, ein Mitglied der Ersten Präsidentschaft, der die
Amtliche Erklärung Nr. 2 mit unterschrieb war noch 1967 völlig gegen die
Möglichkeit einer Haltungsänderung:
'Die Kirche beabsichtigt nicht die Lehre in Bezug auf die Schwarzen zu
verändern', sagte N. Eldon Tanner, Ratgeber der Ersten Präsidentschaft,
in Seattle während seines letzten Besuches hier. 'Während der gesamten
Geschichte der ursprünglichen christlichen Kirche hatten die Neger niemals das
Priestertum. Es gibt wirklich nichts, was wir tun könnten, um dies zu
ändern. Es ist ein Gesetz
Gottes.' 23
Weitere Aussagen gibt es von David O. McKay und anderen.
Für die Mitglieder der Kirche entsteht durch diese kontroversen
Aussagen ein Konflikt. Hatten nun die Propheten seit Brigham Young Recht oder nicht,
denn beide Aussagen können mit keiner Berechtigung gleichzeitig existieren. Dieses Beispiel zeigt
die Problematik der mormonischen Offenbarungen und Prophezeiungen sehr gut auf. Bruce
R. McConkie machte nach der Änderung im Jahre 1978 folgende Aussage:
Vergesst alles, was ich gesagt habe oder was Präsident Brigham Young oder
Präsident George Q. Cannon oder wer sonst in der Vergangenheit etwas
Gegensätzliches zur gegenwärtigen Offenbarung gesagt hat. Wir sprachen
mit eingeschränktem Verständnis und ohne das Licht und Wissen, das jetzt in die
Welt gekommen ist. 24
So einfach kann man einen wichtigen Teilbereich dieser Doktrin, der über 150 Jahre in der Kirche
gelehrt wurde, unter den Tisch kehren und zunichte machen. Es kommt eine neue Offenbarung
und alles andere zählt nicht mehr. Kann es wirklich sein, dass sich Generationen von
Propheten und Generalautoritäten geirrt haben? Warum hat Gott nicht längst
eines seiner Sprachrohre zu dieser längst überfälligen Entscheidung
inspiriert oder gesagt, dass man sich geirrt hat? Und wenn sich diese vielen Männer
in einer so wichtigen Sache getäuscht haben, warum können sie sich dann nicht
auch in anderen Punkten der mormonischen Lehre täuschen? Laut einer der obigen
Aussagen von Brigham Young müsste das Priestertum nach dieser Offenbarung verloren
sein. Ist die Kirche heute ohne Vollmacht? Dies sind Konflikte und Probleme, die in der Kirche gerne
verdrängt oder wegdiskutiert werden.
Man muss hier bemerken, dass es sich bei der Änderung von 1978 nur um
den Zeitpunkt des Erhalts des Priestertums gedreht hat. Die Lehre der Kirche über die
Herkunft der Schwarzen, den Fluch und alles was damit in Verbindung steht, hat sich nicht
geändert.
Nun, diese interne Problematik über Offenbarungen und Prophezeiungen
führt uns nicht weiter, sondern wirft nur ein sehr fragliches Licht auf die Kirche.
Was hat nun wirklich zu dieser Entscheidung im Jahre 1978 geführt? Im Jahre 1890 wurde
die erste Amtliche Erklärung der Kirche gegeben. Damals wurde die Praxis der Polygamie
offiziell von der Kirche aufgegeben. Auch damals sagte man, es sei eine Offenbarung gewesen.
Betrachtet man aber den Druck unter dem die Kirche stand, so erkennt man, dass es sich
hier um eine unausweichliche Entscheidung gehandelt hat, die die Kirche hatte treffen
müssen - mit oder ohne Offenbarung. Die Kirche hätte Verfolgung auf sich gezogen
und nicht mehr wachsen können. Führer der Kirche und jeder, der in die Praxis verwickelt
gewesen wäre, hätte ins Gefängnis müssen. Ein Zustand, der sicherlich
nicht gewollt war.
Diesem Druck war die Kirche auch in den 60er und 70er Jahren ausgesetzt.
So lange auch in der Öffentlichkeit eine rassistische Haltung gebilligt war, konnte
die Kirche mit ihrer Lehre leben. Nachdem aber, wie anfangs beschrieben, die Zeiten sich
geändert hatten und auch in Amerika ein Gesetz zur Gleichstellung der Rassen erlassen
wurde, geriet die Kirche zunehmend unter Beschuss. Die öffentliche Kritik schadete der
Kirche. Zudem begann sich Widerstand von Innen breit zu machen. Viele Mitglieder erkannten
schon lange, dass sich in der Haltung der Kirche etwas ändern musste. 1967 schrieb
ein Sekretär der Kirche, namens Stuart Udall, in einem Brief folgendes:
Es war unabwendbar, dass die nationale Aufmerksamkeit auf das, was die Kritiker
'Anti-Schwarzen-Doktrin' der HLT-Kirche nennen, gerichtet wird, da die Kirche vermehrt
ein Gegenstand des öffentlichen Interesses wird und diese sich sicherlich
intensivieren wird...Dieses Problem muss gelöst werden... Es muss gelöst werden,
denn wir irren uns und es ist längst Zeit, dass wir das Richtige sehen. Wenn wir hier
versagen, wird es unserem Glauben schaden, dem Geist und der Moral unserer Jugend schaden
und die Integrität unserer christlichen Ethik
untergraben. 25
Es wurde sogar zu Demonstrationen in Salt Lake City aufgerufen. Diese
sollten zur Oktoberkonferenz 1978 auf dem Temple Square stattfinden. Neben den
großen Problemen, die sich für die Kirche durch zunehmende Kritik auftaten,
ergaben sich weitere Probleme in Brasilien. Die kircheneigene Deseret News gab am
10. Juni 1978 zu:
Ein Hauptproblem, dem die Kirche mit ihrer Schwarzenpolitik gegenüber stand,
befand sich in Brasilien, wo die Kirche einen Tempel baut. Viele Menschen sind dort
Mischlinge und es ist oft nicht möglich festzustellen, ob Mitglieder der Kirche
schwarze Vorfahren haben. 26
Dieses Problem war schon seit längerem bekannt. In einem Artikel
in Dialogue von 1973 kann folgendes nachgelesen werden:
Die Entscheidung, das Priestertum jedem von schwarzer Abstammung vorzuenthalten
(egal wie weit zurück), hat das theoretische Problem der Priestertumseignung
gelöst, war aber keine Hilfe für das praktische Problem der Identifizierung
des 'Blutes von Kain' in denjenigen, von denen man nicht weiß, ob sie schwarze
Vorfahren haben .... Das Wachstum der internationalen Kirche brachte klar neue Probleme.
Brasilien war besonders schwierig .... Später in diesem Jahr berichtete J. Ruben
Clark, Erster Ratgeber von George Albert Smith, dass die Kirche in einer Situation der
Missionsarbeit involviert war...bei der es schwierig wenn nicht gar unmöglich zu
sagen war, wer Negerblut hat und wer nicht. Er sagte, dass wenn wir Brasilianer taufen,
dann taufen wir aller Wahrscheinlichkeit nach Menschen mit Negerblut und wenn das
Priestertum diesen übertragen wird, und dies geschieht zweifellos, dann stehen
wir einem sehr ernsten Problem gegenüber. 27
Mit der Öffnung des Tempels in Brasilien ( der am 30. Oktober 1978
fertiggestellt wurde ), wäre die Kirche, ohne Änderung ihrer Schwarzenpolitik,
vor einem unlösbaren Dilemma gestanden. Auch hier, wie bei der Entscheidung zur
Polygamie, musste also unbedingt eine Lösung gefunden werden.
Diese Probleme bestanden aber nicht nur in Brasilien. Das Time
Magazine berichtete im Jahre 1958 von einer Studie, die besagte, dass im Jahre 1950,
21% der amerikanischen Bevölkerung schwarze Vorfahren hatten. Durch die
Ahnenforschung fanden viele Mitglieder heraus, dass auch sie solche Vorfahren hatte,
was zu erheblichen Problemen führte. Manche verschwiegen diese Tatsachen und andere
ließen sich ihrer Priestertumsrechte entheben. Heilige Handlungen, die durch solche
vollzogen wurden, mussten teilweise wiederholt werden.
Wie sieht man nun heute, über 20 Jahre nach diesen Veränderungen,
diese Problematik in der Kirche? Prinzipiell stellt man unter den Mitgliedern
unterschiedliche Haltungen fest. Man möchte, wie auch mit der Polygamie, das Thema
gerne in die Vergangenheit verdrängen. Es wird weiterhin versucht, Erklärungen
zu finden, wobei die fundamentale Lehre immer noch Bestand hat. Wenn auch nicht mehr von
der Kanzel gepredigt, so wird sie doch intern weiterverbreitet und gebilligt. Dies ist
auch daran ersichtlich, dass noch viele erhältliche Bücher der Kirche
Erklärungen dieser Art beinhalten. Eine Ausgabe der Salt Lake Tribune von 1998
bemerkt folgendes:
Die Lehre über den Fluch schwarzer Menschen, die seit über 125 Jahren
von der Kirche unterstützt wird, kann nicht aus dem Gedächtnis des wahren
Gläubigen gelöscht werden, in dem man sagt, dass die Schwarzen nun das
Priestertum tragen dürfen. BYU Professor Eugene England bestätigt in der Tribune vom
19. Mai, dass eine 'Mehrheit der intelligenten, gut ausgebildeten mormonischen Studenten
immer noch an die Theorie des Fluches der Schwarzen glauben'. Einfach gesagt führt
dies zu Rassismus. Diese Gefühle des Höhergestelltseins werden viele davon
abhalten, Schwarze als Gleichgestellte oder Führer zu
akzeptieren. 28
Viele Aussagen früherer Generalautoritäten, wie oben
angeführt, werden als deren "persönliche Meinung" deklariert und nicht als
offizielle Lehre der Kirche. Dies macht es natürlich einfacher, ist aber ein
Trugschluss. Man distanziert sich also, ohne von der Lehre an sich wirklich abzulassen.
Kürzlich machte meine Frau eine Anfrage bei F.A.R.M.S. zu diesem Thema. Der
Mormonengelehrte Mathew Rooper antwortete sehr umfangreich. Er schrieb u.a.:
Was war der Hauptgrund dafür, dass Schwarze das Priestertum nicht empfangen
konnten? War es nur der eine Teil in der Köstlichen Perle, auf den sich die Kirche
beruft? Man muss unterscheiden zwischen 1) der Politik der Priestertumsrestriktion selbst
und 2) Theorien, die gegeben wurden, um diese Politik
zu rechtfertigen. 29
Rooper versucht herauszustellen, dass sich diese Lehre nicht allein auf das
Buch Abraham oder Brigham Young stützt, sondern dass es sich bei der ganzen Sache um
ein Gesetz Gottes handle, welches auf göttlicher Offenbarung beruhe und bezieht sich
dabei auf Aussagen von Brigham Young:
Der allmächtige Herr hat es so beschlossen und wer kann dagegen etwas tun?
Menschen können es nicht, die Engel können es nicht und all die Mächte der
Erde und des Himmels können es nicht hinweg nehmen.... 30
Sehr Interessant! Brigham Young sagte nämlich auch, wie oben zitiert, dass
der Tod bei einer Rassenvermischung des weißen, "auserwählten" Mannes mit den
Schwarzen unumgänglich ist und dies ein "Gesetz Gottes" sei. Die Diskussion hat hier
eigentlich schon ein Ende. Denn so unsinnig und unerfüllt dieses angebliche Gesetz
ist, so fragwürdig und absurd ist das andere, um das es hier geht.
Rooper führt weiter an, dass manche Aussagen, die dieses Thema
betreffen, nur Theorie seien:
War die schwarze Hautfarbe ein Zeichen von Unwürdigkeit in der
Präexistenz? Diese Theorie findet kein Fundament in den Schriften.....es ist keine
Schrift und ich glaube einfach nicht daran.
Er argumentiert, dass Aussagen von Kirchenführern nicht immer
gleichzusetzen sind mit der offiziellen Lehre der Kirche. Dies beträfe vor allem
Aussagen von Autoritäten wie Joseph Fielding Smith, die solche als (junge)Apostel
und nicht als Propheten tätigten. Nur wer in Harmonie mit der Lehre
der Kirche spricht, dessen Aussagen zählen auch zu dieser Lehre.
Auch wenn dies in bestimmten Fällen zutreffen mag, so ist an dieser
Haltung einiges zu überdenken. Wer entscheidet denn, wann jemand in Harmonie mit
dieser Lehre spricht? Zunächst vergisst Rooper, dass diese Aussagen nicht einfach
nur von ein paar wenigen gemacht wurden, sondern sie wurden erstens von vielen namhaften
Aposteln und Propheten über Jahrzehnte hin gemacht und spiegeln zweitens
die allgemeine Haltung der Kirche zur damaligen Zeit wieder. Man kann jetzt nicht hingehen
und diese Haltung auf die Meinung ein paar weniger reduzieren. Dies verschleiert die
Geschichte und Lehre der Kirche. Weiter haben diese Apostel ihre Meinung auch dann noch beibehalten,
als manche davon Propheten wurden. Es ist ein schwaches Argument, sich hinter einer
scheinbar persönlichen Meinung von einzelnen zu verstecken, wenn die
gesamte Kirche über 150 Jahre lang diese Meinungen und Theorien nach Innen
und Außen vertreten und akzeptiert hat. Rooper pocht auf die offizielle Lehre
der Kirche und gibt an, dass diese nur auf Grundlage der Schriften zu finden ist. Da
wären wir ja nun mal wieder bei unserem mormonischen Problem. Was ist eigentlich die
offizielle Lehre der Kirche? Wo ist sie zu finden?
Rooper muss sich bewusst sein, dass auch seine Meinung nur die Meinung von
F.A.R.M.S. ist und nicht die der offiziellen Kirche. Es wäre interessant, eine
Stellungnahme der Ersten Präsidentschaft zu diesem Thema zu erhalten, aber darauf
wird man lange warten können. Die Kirchenpolitik war in der Vergangenheit immer
eindeutig. Es gibt keine offiziellen Stellungnahmen. Man legt sich nach Außen hin
nicht fest und lässt intern die Dinge weiterlaufen. Die bewegliche Welt des
Mormonismus kommt wieder zum Vorschein. Da, wo Aussagen von Generalautoritäten
nützlich sind, werden sie herangezogen und gelten, wenigstens für die normalen
Mitglieder, als Dogma. Es würde sich doch niemand wagen und es wäre auch absolut
inakzeptabel für die Kirche, wenn jemand auch nur annähernd die Aussagen von
Autoritäten der Kirche hinterfragen würde. Eine geschickte Politik, die zum
einen die Linientreue der Mitglieder gewährleistet und zum anderen Platz für
mögliche Umgehungsmanöver lässt, um öffentlicher Kritik zu entweichen.
So war es immer.
Der einzig richtige Weg wäre, den Unsinn dieser gesamten Lehre
abzuschaffen und sich zu den Fehlern der Vergangenheit zu bekennen. Es gibt keinerlei
Grundlage für die Anti-Schwarzen-Doktrin der Kirche. Sie ist ein Relikt aus dem 19.
Jahrhundert und ein äußerst schlechtes obendrein. Im Namen Gottes eine solche
Lehre zu verkünden ist in meinen Augen fahrlässig und unverantwortlich und
entbehrt jeglicher christlichen und human orientierten Ethik. An diesem Punkt lässt
sich der Wahrheitsanspruch der Kirche sehr gut messen. Rooper macht Abstriche, hält
aber an der grundlegenden Lehre fest. Andere gehen in der Kirche noch weiter und fordern
eine komplette Haltungsänderung. Die Kirche kann aber, selbst wenn sie es wollte,
niemals zu einer solchen Änderung gelangen. Sie steckt in einer Zwickmühle,
aus der sie nicht herauskommt. Würde man den Fehler eingestehen, so hätte man
den ersehnten Frieden mit der Öffentlichkeit - aber für einen zu hohen Preis.
Man müsste eingestehen, dass Generationen von Generalautoritäten sich geirrt
haben und keinerlei Inspiration oder Offenbarung hinter all dem stand. Undenkbar. Und so
existiert sie weiter in den Köpfen vieler Mitglieder, die Lehre von Fluch und
Minderwertigkeit - auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts.
Fußnoten
1 Die Bibel, Genesis 4:15
2 Salt Lake Tribune, Black Curse Is Problematic LDS Legacy, 6. Juni 1998, S.C1
3 HLT Prophet Brigham Young, Journal of Discourses, Band 7, S.290, 1859
4 HLT Apostel Bruce McConkie, Mormon Doctrine, S.108f., Ausgabe 1966
5 Das Buch Mormon, Alma 3:6
6 Die köstliche Perle, Buch Abraham 1:21,26,27
7 HLT Apostel Bruce R. McConkie, Mormon Doctrine, p.527, Ausgabe 1966
8 Andrew Jenson, L.D.S. Biographical Encyclopedia, Band 3, S.577
9 Siehe Abbildung in Tanners, Mormonism - Shadow or Reality, S.270
10 Eine Aufzählung ist zu finden in Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Winter 1969, S.91f.
11 HLT Apostel Mark E. Peterson, Race Problems - As They Affect The Church, S.7
12 HLT Prophet Brigham Young, Journal of Discourses, Band 10, S.110, 1863
13 HLT Apostel Bruce R. McConkie, Mormon Doctrine, S.527f., Ausgabe 1966
14 HLT Prophet Brigham Young, Journal of Discourses, Band 7, S.290, 1859
15 HLT Prophet John Taylor, Journal of Discourses, Band 22, S.304, 1881
16 Lehre und Bündnisse, Amtliche Erklärung Nr. 2
17 Salt Lake Tribune, 13. Juni 1978
18 Deseret News, 10. Juni 1978, S.1A
19 HLT Prophet Brigham Young, Journal of Discourses, Band 2, S.143, 1854
20 HLT Prophet Brigham Young, Brigham Young Addresses, Ms d 1234, Box 48, Folder 3, 5. Februar, 1852, zitiert in Bob Witte: Where Does It Say That? S.2ff.
21 Brigham Young, Journal of Discourses, Band 2, S.143
22 Joseph Fielding Smith, Der Weg zur Vollkommenheit, 1. deutsche Ausgabe 1936, S.102
23 Seattle Magazine, Dezember 1967, S.60
24 Bruce R. McConkie, All Are Alike Unto God, S.1
25 Dialogue, A Journal of Mormon Thought, Sommer 1967, S.5f.
26 Deseret News, 10. Juni 1978
27 Lester Bush Jr., Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Frühling 1973, S.41
28 Salt Lake Tribune, Repudiate Racist Past, 16. Juni 1998, S.A10
29 Aus einer Email im Frühling 2000 von F.A.R.M.S. an uns.
30 Brigham Young, Ansprache vor der Utah Legislative am 5. Februar 1852, zitiert in Fred Collier, The Teachings of President Young, S.43
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