Die Sektencheckliste

Diese Checkliste wurde von mehreren EKD-Sektenbeauftragten und Kultusministerien herausgegeben. Schon bei einem "Ja" ist Vorsicht geboten!
Ich möchte hier nicht nur die Fragen auflisten, sondern auch Antworten bezüglich der Mormonen geben und diese dann auswerten. Dabei gilt folgendes Prinzip:
Trifft zu  
Teilweise  
Trifft nicht zu  


Die Checkliste:

 
1.
Bei der Gruppe findest Du exakt das, was Du bisher vergeblich gesucht hast. Sie weiß erstaunlich genau, was Dir fehlt.
   
Diesen "Aha-Effekt" erleben viele, die sich von den Missionaren belehren lassen. Nach Ansicht der Mormonen fehlt allen Menschen das "einzig wahre Evangelium", das nur bei ihnen gefunden werden kann. Typischer Weise interessieren sich meist solche Menschen für den Mormonismus (und andere Gruppen), die wie viele andere auch, auf der unbewussten Suche nach der Kompensation gewisser Defizite sind. Der Glaube scheint diese Defizite zunächst auszugleichen, was er aber in Wirklichkeit nicht macht.
2. Schon der erste Kontakt eröffnet Dir eine völlig neue Sicht der Dinge.
    Alle Erklärungen erscheinen zunächst plausibel und vor allem neu. Siehe 1.
3. Das Weltbild der Gruppe ist verblüffend einfach und erklärt jedes Problem.
   
Die Mormonen glauben an einen perfekten "Plan der Erlösung", der scheinbar alles erklären kann. Dieser Plan zeigt den Werdegang des Menschen vom göttlichen Geistkind bis hin zur Erhöhung als eigenständiger Gott. Die Erde dient sozusagen als Ausbildungsstätte für potentielle Götter, wobei nur ein kleiner Teil der Menschheit - nämlich die Mormonen - das ultimative Ziel erreichen können und die notwendigen "Schlüssel" besitzen.
4.
Es ist schwer, sich ein genaues Bild von der Gruppe zu machen. Du sollst nicht nachdenken und prüfen. Deine neuen Freunde sagen: „Das kann man nicht klären, das muss man erleben – komm doch gleich mit in unser Zentrum.“
   
Untersuchern wird geraten, sich nur auf die Antwort des Geistes zu verlassen. Man sollte nur Mormonen fragen, wenn man etwas nicht versteht. Nur das "Zeugnis" durch den Geist zählt. Aufschlussreiche Hintergrundinformationen werden von den Mormonen nicht angeboten. Man erhält nur die zensierte Kirchenliteratur zur Geschichte und Lehre. Kritische Stimmen von außen sollte man ignorieren. Untersucher werden entweder gleich zu Versammlungen eingeladen oder es werden Termine in deren Heim vereinbart, um die sechs Standarddiskussionen zu besprechen.
5. Die Gruppe hat einen Meister, ein Medium, einen Führer oder Guru, der allein im Besitz der ganzen Wahrheit ist.
   
Der Gemeinschaft steht ein "Prophet" vor, von dem man glaubt, er habe direkten Zugang zu Gott und sei der einzig wahre Vertreter Gottes - sein Sprachrohr. Kritik an Führern der Gemeinschaft wird nicht gebilligt. Es heißt: "Wenn der Prophet gesprochen hat, hört das Denken auf."
6.
Die Lehre der Gruppe gilt als einzig echtes, ewig wahres Wissen. Die etablierte Wissenschaft, das rationale Denken, der Verstand werden als Verkopfung, als negativ, satanisch oder unerleuchtet abgelehnt.
   
Mormonen glauben, die "einzig wahre Kirche" zu sein. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden nur anerkannt, wenn sie mit dem Glauben übereinstimmen. Der Glaube steht immer über der Wissenschaft. Die eigenen Gelehrten (Apologeten) betreiben einen Argumentationskrieg gegen die weltweit anerkannten, wissenschaftlichen Tatsachen.
7. Kritik durch Außenstehende wird als Beweis betrachtet, dass die Gruppe Recht hat.
    Kritik von außen sehen die Mormonen als Angriffe des Satans gegen das Göttliche
8. Die Welt treibt auf eine Katastrophe zu, und nur die Gruppe weiß, wie man die Welt retten kann.
   
Die Gemeinschaft gehört zu den chiliastischen Sekten, die mit dem Kommen Christi das Ende der Welt erwartet. Gemäß dem Glauben leben die Menschen in den "letzten Tagen" - der Endzeit - in der sich alles verschlimmern wird. Es werden große Kriege, Krankheiten und Katastrophen erwartet. Mit dem Zweiten Kommen werden alle schlechten Menschen sterben und in der "Geisterwelt" auf das Jüngste Gericht warten müssen. In die Gegenwart Gottes können nur Mormonen gelangen. Alle anderen Menschen werden in anderen Reichen leben müssen.
9.
Die Gruppe ist die Elite, und die übrige Menschheit ist krank und verloren – solange sie nicht mitmacht beziehungsweise sich retten läßt.
   
Mormonen bezeichnen sich selbst als "Heilige der Letzten Tage". Die einzig Auserwählten. Nur durch den Glauben der eigenen Kirche gelangt man zu Gott.
10. Du sollst sofort Mitglied werden.
   
60.000 Missionare weltweit sind bemüht, so viel wie möglich neue Mitglieder zu werben und zügig zu taufen. Die Missionare belehren sechs Diskussionen wobei schon nach der zweiten versucht wird, eine Taufverpflichtung zu erhalten. Missionare erhalten ein spezielles Training, in dem Bekehrungstechniken vermittelt werden. Darunter das "Verpflichtungsmuster" (Commitment Pattern), was jeder Missionar anwenden sollte.
11.
Die Gruppe grenzt sich von der übrigen Welt ab, etwa durch Kleidung, Ernährungsvorschriften, eine eigene Sprache, strenge Reglementierung zwischenmenschlicher Beziehungen.
   
Mormonen haben sehr viele Vorschriften und Reglements. Von der Ernährung über die Moral bis hin zur Kleidung. Mormonen die im Tempel waren, wird sogar vorgeschrieben, welche Unterwäsche sie tragen müssen (Garments).
12. Die Gruppe will, dass Du alle „alten“ Beziehungen abbrichst, weil sie Deine Entwicklung behindern.
   
Das geschieht nach der Taufe meist automatisch. Man sollte sich nicht in Kreisen bewegen, die sündhaftes Verhalten an den Tag legen und jemanden versuchen können, in das alte Leben zurückzukehren. Normalerweise bricht das alte Umfeld irgendwann ab und man bewegt sich nur noch in den mormonischen Kreisen.
13.
Dein Sexualverhalten wird Dir exakt vorgeschrieben, etwa Partnerwahl durch die Leitung, Gruppensex oder auch totale Enthaltsamkeit.
    Keinerlei sexuelle Kontakte vor und außerhalb der Ehe. Keine Masturbation. Kein Oralsex. Keine Pornografie. Es gibt Kleiderregeln, besonders für weibliche Mitglieder. Gläubige, die im Tempel waren, wird sogar das Tragen bestimmter Unterwäsche (Garments) vorgeschrieben.
14.
Die Gruppe füllt Deine gesamte Zeit mit Aufgaben: Verkauf von Büchern oder Zeitungen, Werben neuer Mitglieder, Besuch von Kursen, Meditation ...
   
Die Mitglieder erhalten Berufungen, die oft sehr zeitaufwendig sind. Sie sollen Missionsarbeit machen, andere Mitglieder zu Hause besuchen, alle Versammlungen besuchen, beten und lesen, Ahnenforschung betreiben, usw....
15. Es ist schwer allein zu sein – jemand aus der Gruppe ist immer dabei.
   
Das trifft eigentlich nur auf die Vollzeitmissionare zu. Die dürfen für 2 Jahre nie alleine sein und müssen immer! mit einem Mitarbeiter zusammen sein. Diese Maßnahme soll verhindern, dass ein Missionar gegen die Regeln verstößt oder sich versündigt. Allerdings werden die normalen Mitglieder in ihren Heimen regelmäßig besucht, um zu überprüfen, ob sie ihre Pflichten erfüllen und müssen sich Würdigkeitsinterviews unterziehen, in denen ihr Gehorsam und ihre Treue überprüft wird.
16.
Wenn Du zweifelst, wenn sich der versprochene Erfolg nicht einstellt, bist Du „selbst schuld“, weil Du Dich angeblich nicht genug einsetzt oder weil Du nicht stark genug glaubst.
   
Auch das trifft zu. Zweifel ist immer ein Anzeichen von Schwäche und auf Sünde oder mangelnden Glauben zurückzuführen.
17. Die Gruppe verlangt strikte Befolgung ihrer Regeln und Disziplin – als einzigen Weg zur Rettung.
   
Kritiklosen Gehorsam setzen die Mormonen voraus. Wer nicht alle Regeln hält, kann nicht in den Tempel und kann somit niemals ein Gott werden. Es gibt diverse Sanktionen, bis hin zum Ausschluss.

 

Zusammenfassung:

15 ~ 88.2%
2 ~ 11.8%
0 ~ 0%

 

D.h.: Die Mormone entsprechen gemäß der Liste zu 88% den Sektenkriterien voll und bei den restlichen 12% teilweise. Bei keiner Frage konnte grünes Licht gegeben werden, was im Durchschnitt zu einer ca. 94%igen Übereinstimmung führt.